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Steigende Digitalisierung von Ausbildungen

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hat sich mit dem Einsatz digitaler Lehr- und Lernmethoden im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung beschäftigt und konnte die steigende Digitalisierung von Ausbildungen feststellen. Insgesamt wurden in der repräsentativen Unternehmensbefragung im Rahmen des Projekts NETZWERK Q 4.0 930 Betriebe befragt, die aktuell oder innerhalb der vergangenen fünf Jahre ausbildeten. Die Studie konnte festhalten: seit 2019 hat sich der Einsatz digitaler Lehr- und Lernmethoden stetig erhöht. Das sind die Top 3 der meistgenutzten digitalen Lernformate:

  1. Interaktive digitale Formate (z.B. Webinare oder virtuelle Klassenzimmer)
  2. Wissensbibliotheken
  3. Digitale Lernmedien (z.B. Lernvideos und Podcasts)

Der Anteil an Unternehmen, die überhaupt keine digitalen Lernformate nutzen ging dabei von 15,3% in 2019 auf 10,4% in 2021 zurück.

Vielfältige Vorteile der digitalen Lernformate

Die befragten Ausbilder*innen erkennen zunehmend die Vorteile des Einsatzes digitaler Lernformate. Diese sind sowohl didaktischer, als auch zeitlicher Natur. Unter Ersteres fällt etwa die Möglichkeit Lerninhalte auf einfache Weise zu veranschaulichen, die Ausbildung im Ganzen vielfältiger zu gestalten und den Umgang mit digitalen Medien generell zu vermitteln. Dabei sind digitale Lernformate nicht auf einen Kompetenzbereich beschränkt. Vielmehr besteht durch digitale Lernformate sowohl die Möglichkeit fachspezifische Kompetenzen, als auch fachübergreifende und Selbstkompetenzen auszubilden. Die Unternehmen gaben außerdem an, dass sie in digitalen Lehr- und Lernmethoden eine Möglichkeit sehen, Ausbilder*innen (zeitlich) zu entlasten.

Zwei Drittel der Unternehmen wünschen sich Beratungsangebote

Die Befragung kam zu dem Ergebnis, dass etwa zwei Drittel der Unternehmen (67,4%) sich hinsichtlich des Einsatzes digitaler Lehr- und Lernmethoden mehr Beratungsangebote wünschen. Insbesondere Unternehmen, die bisher keine digitalen Lernformate im Rahmen ihrer Ausbildungen nutzen wünschen sich dabei Impulse von außen. Dazu gehören folgende Punkte:

  • engerer Kontakt zur Berufsschule 
  • externe Unterstützung bei der Betreuung von Personen in Ausbildung
  • Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen

Darüber hinaus können allerdings auch interne Impulse zu einer Digitalisierung der Ausbildung beitragen. Nennenswert wäre in diesem Zusammenhang beispielsweise die Möglichkeit eine stärkere Digitalisierung des eignen Geschäftsmodells herbeizuführen.

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Über den Autor Lisa Schraets

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