Das Thema Ernährung ist seit einigen Jahren immer stärker in den Fokus und damit auch in den öffentlichen Diskurs geraten. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist oft die Gesundheit. Gerade für Studenten ist eine ausgewogene Ernährung wichtig, da diese die nötige Energie und Leistungsfähigkeit bereitstellt. Eine ausgewogene Ernährung komme bei Studenten aber oft zu kurz, so das gängige Vorurteil. Stundenlange Vorlesungen, Seminare, anschließend lernen und dann auch noch einen Job. Die finanziellen Mittel sind beschränkt. Denkt man an studentische Ernährung, denken viele automatisch an Tiefkühlpizza, Döner und co. Aber wie genau sieht die studentische Ernährung aus? Stimmen die Vorurteile? Und was födert Konzentration und Leistungsfähigkeit?

Studentische Ernährung untersucht

Die Studienreihe „Fachkraft 2020“ hat sich in ihrer 10. Erhebung mit der studentischen Ernährung auseinandergesetzt. Hierzu haben die Universität Maastricht und Constata im Auftrag der takeyoursweets Süßigkeiten GmbH im März 2017 rund 19000 deutsche Studenten zu ihrem Essverhalten befragt. Heraus kam, dass rund 82 Prozent der Befragten mehrmals wöchentlich selber kochen. Der Anteil der Selbstkochenden ist damit bei Studierenden deutlich höher, als bei der Gesamtbevölkerung. Hier lag der Anteil bei einer Befragung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft 2017 bei lediglich 72 Prozent. 43 Prozent der Studierenden gehen regelmäßig außer Haus essen, 37 Prozent werden regelmäßig bekocht, 18 Prozent konsumieren regelmäßig Fertiggerichte und nur 3 Prozent bestellen häufig beim Lieferdienst. Damit sprechen die Ergebnisse der Untersuchung gegen das gängige Vorurteil, Studenten würde sich nur von Fertigprodukten und Fast Food ernähren. Auch die beliebtesten Lebensmittelgruppen sprechen für eine ausgewogene studentische Ernährung. Bei 87 Prozent kommt regelmäßig Gemüse auf den Tisch, 85 Prozent essen regelmäßig Obst. Über 80 Prozent der Befragten konsumieren außerdem häufig Getreideprodukte bzw. Kartoffeln und Milchprodukte. Fleisch und Wurst wird nur von ca. 60 Prozent regelmäßig gegessen, Fisch und Meeresfrüchte nur von 16 Prozent. Süßigkeiten sind bei ca. 58 Prozent beliebt. Süßwaren sind bei ca. 58 Prozent beliebt. Am beliebtesten hierbei sind Schokolade und Schokoriegel.

Eine Frage des Geschlechts?

Das Geschlecht scheint Auswirkungen, auf die studentische Ernährung zu haben. Männliche Studenten kochen deutlich seltener selbst. Dafür geben Studenten häufiger an bekocht zu werden und außer Haus essen zu gehen. Bei Fertiggerichten und Lieferdiensten ist der Unterschied am gravierendsten. Studenten geben diese beiden Möglichkeiten doppelt so oft an, wie Studentinnen.  Studenten essen auch deutlich häufiger Fleisch und auch Fisch, als Studentinnen. Dafür essen deutlich mehr Studentinnen Süßigkeiten. Sie essen sogar häufiger Süßigkeiten, als Fleisch. Vor allem in Prüfungsphasen, wenn es besonders stressig ist, greifen mehr Studentinnen zu Süßwaren. Studenten sind weniger anfällig für solche stressbedingten Schwankungen.

Der Lebensstil

Der Lebensstil spielt bei der studentischen Ernährung eine große Rolle. Wer als Grundinteresse Ernährung und Sport angegeben hat, kocht sehr wahrscheinlich auch selbst. Hier ist der Anteil der Selbstkochenden am höchsten. Am niedrigsten ist dieser Anteil bei den Befragten mit Interesse für Shoppen bzw. Lifestyle. Am häufigsten auswärts essen Studierende, die gerne ausgehen und feiern gehen. Am meisten Fertiggerichte konsumieren Befragte mit dem Interessenschwerpunkt Internet bzw. Games.

Die Mensa

Zu dem Punkt außer Haus essen gehen gehören auch die Mensen in den Unis. Laut der 21. Sozialerhebung des Deutsche Studentenwerks, gehen Studierende 2,8-mal wöchentlich in die Mensa. Der Anteil der Studenten ist hier höher, was sich mit den Ergebnissen der obigen Untersuchung deckt. Je jünger die Studierenden, desto häufiger gehen sie in die Mensa. Bis 25 Jahre liegt der Wert der Studierenden, die mindestens einmal in der Woche in die Mensa gehen, zwischen 74 und 81 Prozent. Ab 26 Jahren liegt der Wert nur noch zwischen 67 und 60 Prozent. Zufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis der Mensa sind 63 Prozent. Immerhin 45 Prozent sind auch mit der Auswahl und den Kombinationsmöglichkeiten zufrieden.

Tipps für die Ernährung in Stressphasen

Was bei der Untersuchung auffällt ist, dass vor allem Studentinnen in stressigen Phasen häufiger zu Schokolade und ähnlichem greifen. Das ist nicht verwunderlich, denn ein wesentlicher Treibstoff für unser Gehirn ist Zucker, also Glucose. Wird also ein Schokoriegel konsumiert, sorgt das für einen Energieschub im Gehirn und die Leistungsfähigkeit wird erhöht. Dieser Schub hält allerdings nicht lang an, denn unser Gehirn kann nur kurzzeitig die Glucose speichern. Süßigkeiten sorgen also zwar für einen schnellen Energieschub, der aber nicht lang anhält. Ähnlich ist es bei Weißbrot und Langkornreis. Diese Lebensmittel haben einen niedrigen Wert auf dem glykämischen Index. Dieser gibt an, wie langsam und konstant Lebensmittel Glucose in das Blut abgeben. Je höher der Wert, desto langsamer und konstanter ist das der Fall. Und je langsamer und konstanter die Abgabe, desto länger hält die Konzentration und Leistungsfähigkeit an. Ideal für stressige Prüfungsphasen sind also nicht Schokolade und ähnliches, sondern Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index. Hierzu zählen unter anderem komplexe Kohlenhydrate, wie Naturreis und Nüsse. Aber auch andere Lebensmittel helfen dabei, die Konzentration langfristig hoch zu halten. Denn auch Proteine sind wichtig für das Gehirn. Sie halten es quasi wie Schrauben zusammen. Sie verlangsamen die Aufnahme von Glucose und stabilisieren den Blutzuckerspiegel. Und auch Omega-3- Fettsäuren sind wichtig für unser Gedächtnis und unsere Nerven. Für eine gute studentische Ernährung in Stressphasen eignen sich deshalb unter anderem diese Lebensmittel:

  • Naturreis
  • Vollkornbrot
  • Müsli
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse, Körner
  • Joghurt
  • Eier
  • Lachs
  • Obst (Blaubeeren, Banane, Apfel, Avocado, …)
  • Gemüse (Brokkoli, Blumenkohl, Artischocken, Spargel, Paprika, …)
  • Studentenfutter

Alles in Allem ist die studentische Ernährung also relativ gut. Auch wenn viele nicht auf die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung vorgegebenen 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag kommen, konnte das gängige Klischee der schlechten studentischen Ernährung mit der Untersuchung wiederlegt werden.

Hier die Links, zu der Sonderauswertung der Umfrage von „Fachkraft 2020“ und der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks:

Studium und Ernährung

21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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