Wenn man nach dem Abitur studieren möchte, stellt sich unweigerlich die Frage, ob eine Uni oder FH, also eine Universität oder eine Fachhochschule, besser passt. Es gibt viele Klischees, die mit der Frage nach Uni oder FH in Verbindung stehen. Beispielsweise, dass an Fachhochschulen Praktiker studieren und an Universitäten Theoretiker. Fakt ist, dass es viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen den Hochschulformen gibt. Um zu klären, ob die Uni oder FH besser zu euch passt, müssen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede betrachtet werden.

Gemeinsamkeiten

Unis und FHs haben viele Gemeinsamkeiten. An beiden Hochschulformen kann derselbe akademische Abschluss erlangt werden. An beiden können also Bachelor- und Masterabschlüsse absolviert werden. Das wissenschaftliche Denken wird sowohl an der Uni, als auch der FH vermittelt. Ohne theoretischen Hintergrund kommt man bei beidem nicht weit.  Auch Forschungsprojekte können bei beiden absolviert werden, ebenso wie Praxisprojekte. Studierende besuchen an der Uni und FH Vorlesungen und Seminare. Für Klausuren und Hausarbeiten, die es auch sowohl an der Uni, als auch der FH gibt, gibt es ebenfalls bei beiden Noten und Credit Points.

Unterschiede

Neben diesen Gemeinsamkeiten gibt es jedoch nach wie vor Unterschiede. Diese sollte man bei der Frage nach Uni oder FH nicht außer Acht lassen. Den Fachhochschulen wird ein sehr praxisnahes Studium nachgesagt, während Universitäten eher den Ruf haben, ein sehr theoretisches und trockenes Studium anzubieten. Das stimmt nicht ganz, denn an beiden werden theoretische Grundlagen vermittelt und Praxisprojekte durchgeführt.

Professoren und Praxis

Ein Unterschied liegt jedoch bei der Ausbildung der Professoren. Professoren an Universitäten haben eine Wissenschaftskarriere hinter sich. Nach ihrem Doktortitel haben sie weiter geforscht, Aufsätze in Fachzeitschriften geschrieben, Tagungen besucht und eine Habilitation angestrebt. Ihre Laufbahn bezieht sich also rein auf die Forschung. Anders ist das bei Professoren an der FH. Diese haben zwar ebenfalls einen Doktortitel, haben nach diesem aber mindestens 3 Jahre außerhalb der Hochschule Berufserfahrung gesammelt. Sie haben beispielsweise vorher in der Wirtschaft oder Verwaltung gearbeitet, oft in Führungspositionen. Durch diese Berufserfahrung haben sie viele Kontakte, von denen auch die Studierenden profitieren können. Der Praxisbezug ist durch die Berufserfahrung der Professoren indirekt tatsächlich höher, als an einer Universität

Größe und Angebot

Ein weiterer Unterschied ist die Größe der Hochschulen. An Universitäten studieren durchschnittlich 16500 Studierende, an Fachhochschulen lediglich 4500. Durch die geringere Studierendenanzahl ist es an FHs möglich, kleine und überschaubare Kursgruppen anzubieten. Der Unterricht ist dadurch seminaristischer, aber auch familiärer. Der Austausch und die Diskussion zwischen Studierenden bzw. zwischen Studierenden und Professoren wird so angeregt.

Anders als an Universitäten ist es an Fachhochschulen außerdem so, dass ein Praxissemester in einem Betrieb verpflichtend ist. Dieses wird durch ein Seminar an der FH begleitet und fließt in die Studienleistung mit ein. Dadurch ist das Studium an einer FH häufig länger, als an einer Uni. Auch die Betreuung während des Studiums ist dadurch intensiver, persönlicher und praxisbezogener.

An Unis hingegen sind in beliebten Fächern hunderte Studierende in einer Vorlesung. Die Betreuung kann nicht so intensiv gewährleistet werden, wie an FHs. Auch der Austausch wird weniger gefördert. Dafür gibt es an Universitäten ein größeres Angebot an Studienfächern und Leistungen um das Studentenleben herum. Vor Allem wird an Unis aber mehr geforscht. Die Professoren sind weniger in die Lehre einbezogen, als an FHs und haben mehr studentische Hilfskräfte. Somit können sie mehr Forschung betreiben. Um entscheiden zu können, welche Lernatmosphäre besser zu einem passt, sollten sich beide Hochschulformen angesehen werden.

Einige klassische Studiengänge wie Medizin, typische Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften und Jura gibt es nur an Universitäten. An Fachhochschulen werden solche oft in angewandter Form angeboten, beispielsweise Biotechnik. Entscheidend ist hier die Studienordnung, die genau angesehen werden sollte. So kann herausgefunden werden, was konkret in welchem Studiengang verlangt wird.

Zulassungsbedingungen

Mit einem Abitur, der allgemeinen Hochschulreife, ist es möglich, an beiden Hochschulformen zu studieren. Mit einem Fachabitur, also der Fachhochschulreife, ist es in der Regel nur möglich, an einer Fachhochschule zu studieren, nicht aber an einer Universität. Anders ist das in Niedersachsen und Hessen, wo es auch mit Fachhochschulreife möglich ist, an einer Uni einen Bachelorstudiengang zu studieren.

Abschluss

Wie schon erwähnt, ist es an beiden Hochschulformen möglich, den Bachelor und Master zu machen. Die Möglichkeit einen Doktortitel zu erlangen, gibt es allerdings nur an Universitäten. Bisher haben nur diese das Promotionsrecht. Hier besteht aber eine Diskussion, ob dieses Promotionsrecht nicht zukünftig auch für Fachhochschulen gelten soll. Einige forschungsstarke Fachrichtungen in Hessen haben dieses Recht bereits.

Fazit: Uni oder FH?

Die Beantwortung der Frage nach Uni oder FH ist stark vom Lerntyp und der Persönlichkeit abhängig. An Universitäten ist eine Promotion möglich, der Fokus liegt mehr auf der Forschung und die Theorie und Wissenschaft steht stärker im Vordergrund. Hier ist es nötig selbstständig und eigenverantwortlich zu lernen, da die Betreuung nicht sehr eng ist. Es gibt sehr viele Studierende an einer Universität und auch die Vorlesungen können sehr voll sein. Das Studienangebot ist meist an den Universitäten breiter gefächert.

An Fachhochschulen hingegen ist das Studium stärker anwendungsorientiert, es gibt kleinere Studiengruppen und intensivere und familiärere Betreuung. Studierende werden konkret auf das kommende Berufsfeld vorbereitet, weshalb es auch das Praxissemester gibt. Durch den kleineren Rahmen einer Fachhochschule und die kleineren Studiengrößen, gleicht diese eher dem Schulsystem, was den Übergang zwischen Schule und Studium erleichtern kann.

Vor einer Entscheidung sollte man sich beide Hochschulformen ansehen und auch in das Lernklima beider hineinschnuppern. Auch der Blick in die Studienordnung der Studiengänge lohnt sich, um herauszufinden, was genau verlangt wird. Grundsätzlich bieten sich Universitäten eher für selbstständige Lerntypen an, da hier die Betreuung nicht sehr eng ist und viel Eigenverantwortung verlangt wird. Braucht jemand eher eine engere Betreuung, um gute Ergebnisse zu erzielen, bietet sich eher die Fachhochschule an. Letztendlich ist die Entscheidung ob Uni oder FH stark typabhängig.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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