Lehrkräfte am Limit, Viele Lehrkräfte am LimitBildquelle: © lordn für fotolia.com

Ein Beitrag des Atlas der digitalen Arbeit beschäftigt sich mit der Digitalisierung von Schulen auch unter der Betrachtung der Corona-Krise und offenbart dabei: es sind viele Lehrkräfte am Limit.

Unzureichende Digitalisierung deutscher Schulen

Verschiedene Studien konstatieren immer wieder: die Digitalisierung deutscher Schulen ist unzureichend. Jede dritte Schule in Deutschland kann als digitaler Nachzügler bezeichnet werden und 29% der Schulen sind durchschnittlich digitalisiert. Lediglich ein 38% der Schulen gelten als digitale Vorreiter (12%) oder sind zumindest digital orientiert (26%). Es mangelt sowohl an digitaler Hardware als auch an digitalen Kompetenzen der Lehrkräfte. Und das obwohl es zahlreiche Anstrengungen seitens der Politik gab, die Digitalisierung deutscher Schulen voranzutreiben, wie beispielhaft folgende:

  • Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft (2016)
  • Kultusministerkonferenz: Bildung in der digitalen
    Welt (2016)
  • DigitalPakt Schule (2019)

Viele Lehrkräfte am Limit

Durch die Corona-Krise sind Schulen seit Beginn der Pandemie in 2020 durch Schulschließungen gezwungen gewesen auf digitale Lehrformate auszuweichen. Doch das stellt(e) viele Lehrkräfte vor immense Herausforderungen. Große Teile des Lehrpersonals leisteten bereits vor der Pandemie regelmäßig Überstunden. Durch den Mehraufwand, den die digitale Lehre mit sich bringt, kam es zu einer weiteren Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit von Lehrkräften von durchschnittlich 30 bis 60 Minuten. Damit kommt es bei einem Viertel der Lehrkräfte zu einer Überschreitung der gesetzlich festgelegten maximalen wöchentlichen Arbeitszeit von 48 Stunden. Damit agieren viele Lehrkräfte am Limit ihrer Möglichkeiten.

Die zeitliche Belastung wird dabei von Druck und Stress begleitet. Denn durch die Pandemie berichten 60% bis 90% der Lehrkräfte von neuen additiven Aufgaben. Diese seien zudem aufgrund mangelnder Ausstattung schwierig zu bewältigen. Es fehle an technischen Endgeräten, geeigneten Räumlichkeiten und fachlicher Weiterbildung und Unterstützung. Dies hat Stress und Frust bei den Lehrkräften zur Folge, die sich auch auf deren Gesundheitsstand auswirken können und sich letztlich auch durch Arbeitsausfälle bemerkbar machen können.

Fazit

Die Corona-Krise hat einmal mehr gezeigt, dass eine hinreichende Entwicklung der digitalen Fähig- und Fertigkeiten von Kindern und Jugendlichen im schulischen Kontext in Deutschland nicht ausreichend gegeben ist. Doch darunter leiden nicht nur die Schüler*innen. Denn es sind eben auch viele Lehrkräfte am Limit. Aus diesem Grund braucht es eine weitreichende Reform im Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung des deutschen Bildungssystems.

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Über den Autor Lisa Schraets

Social Media Manager Profiling Institut