Mit dem Gute-Kita-Gesetz stellt der Bund den Ländern seit Anfang 2019 bis 2022 rund 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Kinderbetreuung zu verbessern. Was genau die Länder mit diesem Geld machen, ist jedoch weitestgehend ihnen überlassen, denn die Ausgestaltung der Kinderbetreuung geschieht vor Ort. Eine Möglichkeit das Geld einzusetzen ist es, die Eltern von Gebühren zu entlasten. Aber gehören Kitaqualität und Kitagebühren zusammen? Wäre eine komplette Abschaffung der Kitagebühren sinnvoll? Oder leidet dann die Kitaqualität? Wo wird Geld benötigt?

Regelung der Kitagebühren

Fragt man sich, ob Kitaqualität und Kitagebühren zusammengehören, muss man sich zunächst mit der Regelung bezüglich der Kitagebühren auseinandersetzen. Hier gibt es in Deutschland keine einheitliche Regelung. Ob und wie viel Gebühren erhoben werden, ist Sache der Kommunen. Deshalb ist es je nachdem, wo man wohnt, sehr unterschiedlich wie viele Gebühren anfallen. In Berlin wird beispielsweise komplett auf Gebühren verzichtet, in Düsseldorf fallen für Kinder ab dem 3. Lebensjahr keine Betreuungsgebühren mehr an. Ob es sich eine Gemeinde leisten kann, auf die Gebühren zu verzichten, hängt davon ab, wie viel Geld diese zur Verfügung hat. Je weniger vorhanden ist, desto eher müssen Gebühren erhoben werden, um den Bedarf zu decken.

Am teuersten ist eine Kindergarten- oder Kitabetreuung laut Angaben der Bertelsmann Stiftung in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, am günstigsten in Hamburg, Rheinland-Pfalz und Berlin.

Dabei orientiert sich die Höhe der Gebühren in der Regel am Einkommen der Eltern. Wer mehr verdient, zahlt auch mehr Gebühren. Oft wird auch die Kinderanzahl noch in die Rechnung aufgenommen, sodass für weitere Kinder weniger oder keine Gebühren mehr anfallen. Das ist allerdings nicht immer der Fall. Dennoch ist es so, dass die Gebühren Familien mit einem sehr geringen Einkommen meist deutlich mehr belasten, als Familien mit einem guten Einkommen, denn die Gebühren machen bei ihnen einen höheren prozentualen Anteil vom Einkommen aus, auch wenn sie einen vermeintlich geringeren Betrag zahlen müssen.

Neuregelung nötig?

Bei den zum Teil großen regionalen Unterschieden in den Kitagebühren ist es nicht verwunderlich, dass die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Regelung aufkommt. Diese stößt allerdings teilweise auf Kritik, denn einige Eltern, wie beispielsweise die in Berlin, würden so möglicherweise schlechter gestellt werden als jetzt und müssten wieder Gebühren zahlen. Um ndies zu verhindern, müsste die bundesweite Regelung so aussehen, die Gebühren in ganz Deutschland zu streichen. Hier kommt allerdings wieder die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Kitaqualität und Kitagebühren auf.

Die komplette Abschaffung der Kitagebühren wäre für viele Kommunen und Gemeinden nur schwer realisierbar, denn ohne diese Einnahmen, fehlt Geld für die Kitas und Kindergärten. So müsste der Bund einspringen, um die entstandene Lücke zu schließen. Hier wäre allerdings ein weiteres Problem, dass entschieden werden müsste, welche Gemeinden wie viel Geld erhalten und nach welchen Kriterien dies entschieden werden könnte.

Kitaqualität

Kitaqualität und Kitagebühren stehen also in einem gewissen Zusammenhang. Laut Ergebnissen der Bertelsmann Stiftung ist es sogar so, dass die Mehrheit der Eltern dazu bereit wäre, höhere Kitagebühren zu bezahlen, wenn dadurch die Qualität der Betreuung verbessert werden könne. Dies gelte für gutverdienende Eltern ebenso wie für jene mit niedrigem Einkommen. Die Qualität der Betreuung der Kinder ist den Eltern demnach so wichtig, dass sie hierfür auch Geld investieren würden.

Um die Verbesserung der Qualität zu erreichen, müssten mehr Kitaplätze geschaffen werden, mehr Erzieher/innen eingestellt werden und die Ausstattung in den Kindergärten verbessert werden. Noch immer gibt es teilweise zu wenige Kindergartenplätze und die Betreuungsschlüssel sind vielerorts auch nicht angemessen. Die Erzieher/innen müssen sich dann um eine zu große Gruppe von Kindern gleichzeitig kümmern, weshalb sie den Kindern nicht mehr gerecht werden können und die Förderung nicht ausgeschöpft werden kann. Dabei sind die Anforderungen an Kitas und Kindergärten in den letzten Jahren gestiegen, vor allem im Bereich der Sprachförderung.

Um all diese Dinge verbessern zu können, ist eine große Summe an Geld nötig. Es wird davon ausgegangen, dass das gesamte bereitgestellte Geld durch das Gute-Kita-Gesetz dafür nicht ausreichen werde, weshalb viele der Meinung sind, dass eine mögliche Gebührenfreiheit der Verbesserung der Qualität hintenanstehen sollte.

Fazit

Es besteht also ein gewisser Zusammenhang zwischen Kitaqualität und Kitagebühren. Die Betreuungsqualität kann nur durch das investieren von Geld erreicht werden. Das Geld aus dem Gute-Kita-Gesetz könnte hierfür von den Ländern genutzt werden, sei jedoch nicht ausreichend, um die Probleme zu beheben. Die Qualitätsverbesserung sei deshalb einer bundesweiten Abschaffung der Gebühren vorzuziehen. Auch die Mehrheit der Eltern sei dazu bereit, Geld zu investieren, um die Betreuungsqualität zu heben.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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