Fast jede Schulform gibt es als Privatschule oder staatliche Schule. Privatschulen erfreuen sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Durch Zusatzleistungen an Privatschulen scheinen diese eine optimale Wahl zu sein, um sein Kind zu fördern. Doch sind Privatschulen wirklich besser für ein Kind, als staatliche Schulen? Ist es nötig, ein eventuell hohes Schulgeld zu bezahlen? Oder sind staatliche Schulen womöglich besser? Beide Schulformen haben Vor- und Nachteile, die betrachtet werden sollten.

Kosten und Leistungen

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Schulen ist der Fakt, dass Privatschulen für ihre Leistungen ein monatliches Schulgeld verlangen. Dieses kann stark in der Höhe variieren und zwischen 50 und 2000 Euro monatlich liegen. Das Schulgeld wird jedoch oft auch an das Einkommen der Eltern gekoppelt. Dafür legen Privatschulen Wert auf individuelle Förderung, kleinere Klassengrößen, Zusatzangebote und ggf. besondere pädagogische Konzepte. Eltern erhoffen sich besseren Unterricht, eine bessere Betreuung und somit bessere Zukunftschancen. Einen konkreten Zusammenhang zwischen der finanziellen Investition und der Leistung der Schüler scheint es aber nicht zu geben. Schüler von Privatschulen zeigen in einer Analyse der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft  zwar bessere Leistungen, was jedoch mit dem sozioökonomischen Hintergrund zusammenhängt. Unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Schüler, schneiden staatliche Schulen ähnlich gut oder sogar besser ab. Somit sind vermeitlich bessere Leistungen kein belastbares Kirterium bei der Entscheidung, ob eine Privatschule oder staatliche Schule besser für Ihr Kind ist.

Besondere Pädagogische Konzepte

Zwischen einzelnen Schulen gibt es große Unterschiede, nicht nur in der Qualität. Häufig wird ein besonderes pädagogisches Konzept oder eine weltanschauliche Ausrichtung auf einer Privatschule verfolgt. Das ist ein wichtiger Punkt, der bei der Entscheidung für eine Privatschule oder staatliche Schule einbezogen werden sollte.

Montessori-Schule

Zu diesen pädagogischen Konzepten gehört unter anderem die Montessori-Schule. Mit dem Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“ werden hier die individuellen Bedürfnisse der Kinder in den Fokus gerückt und gefördert. Ein wichtiger Aspekt ist die Förderung der Selbstständigkeit der Kinder. Sie sollen selbstständig handeln und entscheiden, wodurch selbstbestimmtes Lernen möglich wird. Die Gestaltung des Unterrichts unterscheidet sich stark von der an staatlichen Schulen. Es gibt Freiarbeit, Gruppenarbeit, Projektarbeit und gebundenen Unterricht. Die ersten zwei bis drei Stunden können die Schüler selbst bestimmen, welches Thema sie wie lang behandeln wollen. Hierbei lernen ältere und jüngere Schüler gemeinsam. Der gebundene Unterricht hingegen findet in einer Altersklasse statt. Der Lernstoff wird spielerisch und mit allen Sinnen vermittelt und erkundet. Die Kinder bekommen wenig Regeln und Strukturen vorgegeben und müssen sich selbst organisieren. Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten könnten es daher auf dieser Schulform schwer haben. An einer Montessori-Schule ist jeder Abschluss möglich.

Waldorf-Schule

Ein weiteres pädagogisches Konzept ist das der Waldorf-Schule. Ein Leitsatz dieses Konzeptes lautet „Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.“ Hier geht man davon aus, dass jeder Mensch drei grundlegende Fähigkeiten besitzt, das Denken, das Fühlen und das Wollen. Die Entwicklung von künstlerischen, sozialen, kreativen und praktischen Fähigkeiten spielt hierbei eine große Rolle. Die Hauptfächer werden in Epochen unterrichtet. Über mehrere Wochen beschäftigen sich die Kinder am Anfang des Tages mit einem Fach. Danach werden andere Fächer behandelt. Durch Projekte werden oft mehrere Fächer miteinander verknüpft. Einen festen Lehrplan gibt es nicht, dieser passt sich eher der Entwicklung der Kinder an. Es gibt keine Bücher, dafür werden Zahlen rhythmisiert, Buchstaben gesungen und durch Ausdruckstanz, welcher Laute in Bewegungen umsetzt, die Gefühle ausgedrückt. Die Umgebung soll harmonisch und stabil für die Schüler sein, es gibt kleine Gruppen, einen möglichst nicht wechselnden Lehrer, keine Noten und kein Wiederholen einer Klasse. Es wird Wert darauf gelegt, möglichst keinen Leistungsdruck aufzubauen. Grundsätzlich bekommen Schüler nach 12 Jahren den nicht staatlich anerkannten „Waldorfabschluss“. Es gibt jedoch die Möglichkeit, durch zusätzliche Prüfungen die staatlichen Abschlüsse zu erlangen, einschließlich des Abiturs. Hierfür müssen die Schüler in der Regel noch ein weiteres Jahr zur Schule gehen.

Konfessionelle Privatschulen

Des Weiteren gibt es viele konfessionelle Privatschulen. Diese sind an eine Glaubensrichtung gebunden. In Deutschland sind das meist katholische oder evangelische Schulen.  Hier stehen die christlichen Werte wie Nächstenliebe, Mitgefühl und Gerechtigkeitssinn im Fokus. Dabei ist Religiosität keine Voraussetzung, um auf eine solche Schule zu gehen, es muss jedoch am Religionsunterricht teilgenommen werden. Hier kann jeder Abschluss erreicht werden

Privatschule oder staatliche Schule

Bei der Entscheidung für eine Privatschule oder staatliche Schule sollten also einige Dinge beachtet werden. Wie schon dargestellt ist es nicht unbedingt so, dass Schüler von Privatschulen bessere Leistungen erbringen. Berücksichtig man die Zusammensetzung der Schüler, sind die Leistungen der Schüler von staatlichen Schulen oft gleichwertig oder sogar besser. Der Umfang der Unterrichtsstunden ist an Privatschulen dafür aber deutlich besser. Dies hängt mit dem höheren Personalschlüssel zusammen, den es an Privatschulen gibt. Dadurch fällt weniger Unterricht aus. Der Ausländeranteil in Privatschulen ist geringer, als der an staatlichen Schulen. Kritiker äußern hier, dass Privatschulen Ausgrenzungen fördern, da hier häufig deutsche Kinder aus bildungsnahem Haus zu finden sind. Dies hängt vermutlich mit dem Schulgeld und auch mit dem Interesse an Bildung zusammen. Familien, die eher bildungsfern sind, kommen seltener auf die Idee, ihr Kind auf eine Privatschule zu schicken.  Durch die oft innovativen bzw. besonderen pädagogischen Konzepte der privaten Schulen ist es so, dass diese eine am Kind orientierte Pädagogik ermöglichen, anstatt einer am Lehrplan orientierten. Dadurch lassen sich pädagogische Ideale besser verwirklichen. Aber auch an staatlichen Schulen kann man innovative Ansätze finden. Auch hier gibt es zum Teil gute Konzepte und Lehrer. Um die Frage, ob eine Privatschule oder staatliche Schule besser für Ihr Kind ist zu beantworten, sollten Sie sich mit den besonderen pädagogischen Konzepten auseinandersetzen. Sagt Ihnen eines davon zu, ist der Besuch einer Privatschule sinnvoll. Geht es jedoch lediglich um die Vermutung, dass Schüler von Privatschulen bessere Leistungen erzielen würden, sollten Sie die Wahl einer Privatschule überdenken. Nicht jede Privatschule ist gut, nur weil es eine Privatschule. Wie bei staatlichen Schulen, kann die Qualität der Schulen auch bei Privatschulen stark varriieren. Außderm bieten auch staatliche Schulen z.T. gute Entwicklungsmöglichkeiten für die Schüler. Auch die Leistungen sind als gleichwertig anzusehen. Letztendlich ist die Entscheidung, ob eine Privatschule oder staatliche Schule besser zu ihrem Kind passt, eine sehr individuelle, welche Sie auch mit Ihrem Kind besprechen sollten.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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