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Es gibt viele verschiedene Erziehungsstile, die in der Bevölkerung verbreitet sind. Einer davon ist der autoritative Erziehungsstil, welcher heute weit verbreitet ist. Was genau bedeutet das? Wie gut ist dieser Erziehungsstil? Welche Folgen hat er?

Definition

Der autoritative Erziehungsstil ist eine Form des demokratischen Erziehungsstils. Er will einen Mittelweg zwischen dem autoritären Erziehungsstil und dem Laissez-faire Erziehungsstil bzw. dem permissiven Erziehungsstil darstellen und umsetzen.

Der autoritative Erziehungsstil ist dadurch geprägt, dass es klare Regeln gibt, aber gleichzeitig viel Fürsorge, Liebe, Wärme, Wertschätzung und Unterstützung gegeben wird. Erziehende setzen ihren Kindern in diesem Erziehungsstil Regeln und Grenzen, auf die bei Nichteinhaltung eine Konsequenz folgt. Die Regeln und die Konsequenzen werden den Kindern dabei verständlich erklärt. Auch die weitrechenden Folgen eines Verstoßes gegen die Regeln werden besprochen, also welche Konsequenzen sich daraus z.B. für andere Menschen oder die eigene Sicherheit ergeben können. So werden die Regeln und Konsequenzen für die Kinder nachvollziehbar.

Allerdings sind die Kinder keinen starren Regeln ergeben, sondern haben einen eigenständigen Handlungsspielraum, in dem sie sich selbstständig bewegen können und sollen. Hier werden ihnen auch Entscheidungsfreiheiten gegeben. Außerdem sind die Grenzen nicht starr und unnachgiebig gesetzt, sondern werden kontinuierlich angepasst und auf deren Sinnhaftigkeit hinterfragt. So haben ältere Kinder in der Regel mehr Freiheiten als bspw. Kindergartenkinder. Der Erziehungsstil ist also flexibel.

Trotz des freien Entwicklungsraumes des Kindes, geben die Eltern in dieser Erziehung lenkend eine Richtung vor. Das geschieht unter anderem durch die Regelsetzung. Andererseits werden auch die Erwartungen der Eltern liebevoll formuliert und an das Kind herangetragen. Aber auch durch die ermöglichten Entscheidungsfreiheiten des Kindes, kann es positiv in seiner Selbstständigkeit beeinflusst und gefördert werden. So können und sollen Kinder in diesem Erziehungsstil innerhalb ihres Handlungsspielraumes eigenständige Entscheidungen treffen und sich so frei entwickeln.

Die Eltern sind ihren Kindern gegenüber dabei liebevoll, unterstützend und fürsorglich. Die Kinder werden ebenfalls gefördert. Das Familienklima ist durch gegenseitigen Respekt und Achtung geprägt. Das Kind wird mit seinen Wünschen und Bedürfnissen angenommen und berücksichtigt. Auch über die Gefühle und Sichtweisen des Kindes wird mit ihm gesprochen und diese werden einbezogen.

Auswirkungen und Folgen

Nun soll es um die Vor- und Nachteile des autoritativen Erziehungsstil gehen. Dabei hat diese Form der Erziehung viele Vorteile, da den Kindern weder starre Regeln vorgesetzt werden, wie bei dem autoritären Erziehungsstil, noch wird den Kindern komplett freie Hand gelassen, wie beim Laissez-faire Erziehungsstil. Dadurch kann sich ein gesunder Selbstwert entwickeln. Auch das Verantwortungsbewusstsein wird durch die eingeräumten Entscheidungsfreiheiten gestärkt. Die sozialen Kompetenzen und die Selbstständigkeit werden hierdurch ebenfalls gestärkt, genau so wie durch die eigenverantwortlichen Handlungsspielräumen.

Ebenso gestärkt werden kann die Teamfähigkeit und es kann den Kindern später leichter fallen, sich in die Gesellschaft und dort vorhandene Strukturen und Hierarchien einzufinden. Dies ist vor allem dadurch bedingt, dass es neben den Freiräumen auch Regeln und Strukturen gibt, denen die Kinder folgen sollen.

Durch den kontinuierlichen Austausch mit den Eltern, können die Kinder Kompromissbereitschaft, Diskussions- und Kommunikationsstärke erlernen. Auch das Akzeptieren anderer Meinungen und Standpunkte kann so trainiert werden. Aber auch ihre eigene Meinung lernen die Kinder so zu vertreten, ebenso wie sie lernen, Entscheidungen und ähnliches zu hinterfragen. Weitergehend erlernen die Kinder so in der Regel bereits früh einen umfangreichen Wortschatz und können sich gut ausdrücken. Dabei sind sie meist respektvoll, da dies auch der Umgangston innerhalb der Familie ist.

Kontrovers diskutiert wird der Erziehungsstil zum Teil dennoch, vor allem weil die Bezeichnung des autoritativen Erziehungsstils noch nichts Konkretes darüber aussagt, welche Methoden oder Mittel in der Erziehung eingesetzt werden. Auch wenn viele Studienergebnisse auf die positiven Auswirkungen des Erziehungsstils hindeuten, kamen andere Studien nicht zu solchen Ergebnissen. Dennoch wird davon ausgegangen, dass der autoritative Erziehungsstil ein guter Mittelweg in Sachen Erziehung sein kann und meist auch ist.

Um unverhältnismäßigen Bestrafungen und Konsequenzen vorzubeugen, sollten Eltern diese regelmäßig auf deren Verhältnis- und Zweckmäßigkeit überprüfen. Auch eine situative Abwägung kann unter Umständen wichtig und hilfreich sein. Es sollte also flexibel geblieben werden.

Fazit

Der autoritative Erziehungsstil zeichnet sich durch die gesetzten Regeln und Grenzen der Eltern, in Verbindung mit den eingeräumten Freiräume und Entscheidungsfreiheiten aus, sowie durch den respektvollen und liebevollen Umgang in der Familie. Die Regeln und Konsequenzen werden den Kindern erklärt und nahegebracht, ebenso wie die Erwartungen der Eltern. Diese Dinge werden auch immer wieder geprüft und ggf. angepasst. Eltern unterstützen ihre Kinder und lassen ihnen Freiräume mit Entscheidungsmöglichkeiten zur freien Entfaltung und Entwicklung. Der Erziehungsstil gilt als ein Mittelweg zwischen dem autoritären und permissiven Erziehungsstil. Die Kinder entwickeln Selbstständigkeit, einen gesunden Selbstwert, Verantwortungsbewusstsein, soziale Kompetenzen, Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft, Durchsetzungsvermögen, eine gute Ausdrucksweise und vieles mehr. Dabei sollten Eltern flexibel bleiben, um unverhältnismäßige Konsequenzen zu vermeiden.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.