Für ein Fernstudium entscheiden sich viele Leute, die entweder berufsbegleitend studieren möchten, anderweitig gebunden sind oder sich einfach die Freiheit wünschen, ihr Studium und ihren Alltag komplett selbst strukturieren zu können. Wie nah liegt Freiheit und Disziplin im Fernstudium beieinander? Wie kann man diese beiden Dinge vereinbaren?

Was ist überhaupt ein Fernstudium?

Bei einem Fernstudium hat man keine Präsenzzeiten an Hochschulen und auch keine klassischen Lehrveranstaltungen. Die Lernunterlagen werden nach dem Einschreiben an der Fernhochschule von dieser per Post verschickt und stehen unter Umständen auch online zur Verfügung. Das Studium wird also schwerpunktmäßig als Selbststudium zuhause absolviert und ist somit weder zeitlich, noch räumlich gebunden. Manche Fernstudiengänge kombinieren das Selbststudium allerdings noch mit zum Teil freiwilligen Präsenz- oder Onlineveranstaltungen. Die Klausuren werden dann am Ende des Semesters in der Regel im Studienzentrum der Fernhochschule geschrieben. Dabei ist noch anzumerken, dass ein Fernstudium mit Kosten verbunden ist. Staatliche Fernhochschulen sind dabei deutlich günstiger, als private (zwischen 1500-2000 Euro für ein Bachelor-Studium vs. zwischen 8000 und 20000 Euro für ein Bachelor-Studium).

Die zeitliche und räumliche Ungebundenheit hat den Vorteil, dass man sich selber einteilen kann, wann man welchen Lerninhalt behandelt bzw. wann man überhaupt etwas für das Studium macht und wo. Dadurch lässt sich dieses Studium berufsbegleitend absolvieren und lässt sich auch mit anderen Dingen in Verbindung bringen, beispielsweise wenn man anderweitig durch Kinder oder zu pflegende Angehörige eingebunden ist. Außerdem kann es auch in Frage kommen, wenn in der Umgebung keine passende Hochschule zu finden ist und ein Umzug oder langes pendeln nicht möglich ist.

Diese Freiheit birgt aber auch einige Gefahren, denn wenn der Großteil des Studiums als Selbststudium ausgelegt ist und man völlig frei darin ist, wann man etwas erarbeitet, wie man das tut und wo, kann man auch mal den Faden und/oder die Motivation verlieren und dann im Lernstoff hinterher hängen. Freiheit und Disziplin im Fernstudium liegen also nahe beieinander. Wie kann man diese Freiheit und Disziplin im Fernstudium miteinander vereinbaren?

Der Lernort

Denkt man über Freiheit und Disziplin im Fernstudium nach und überlegt, wie man dies zusammen bringen kann, so spielt schon der Lernort eine Rolle. Anders als bei einem Präsenzstudium ist man wie beschrieben nicht in einer Hochschule und besucht Veranstaltungen, sondern macht alles räumlich ungebunden und wo man gerade möchte. Es wäre also möglich, einfach überall mal zu lernen, sei es am Küchentisch, in der Bahn, im Park, etc. Für einen Großteil der Zeit ist das allerdings nicht ratsam, denn man bekommt viele Unterlagen zugeschickt, die Platz brauchen und die sortiert und durchgesehen werden müssen. Außerdem muss meist noch der Laptop oder Computer hinzugezogen werden, was zusätzlichen Platz in Anspruch nimmt.

Um dabei nicht komplett im Chaos zu versinken empfiehlt es sich, einen festen Arbeitsplatz einzurichten. Hier können die eingehenden Unterlagen sortiert und bei Bedarf ausgebreitet werden. Außerdem können sie hier auch mal liegen bleiben, wenn keine Zeit zum zusammenräumen ist oder man die Unterlagen ohnehin den nächsten Tag wieder benötigt. An einem festen Arbeitsplatz können alle studienrelevanten Unterlagen systematisch verstaut und bearbeitet werden.

An einem festen Arbeitsplatz hat man außerdem meist weniger Ablenkungen bzw. sollte dafür sorgen, dass dies der Fall ist. Im Park oder auf der Couch können viele Dinge auf einen einwirken, die den Fokus von den Lernunterlagen nehmen. Außerdem fehlt an Orten, an denen man auch anderes tut oder an dem auch andere Familienmitglieder sind oft die Ruhe, um sich wirklich auf den Lernstoff zu konzentrieren. Hat man jedoch einen festen Arbeitsplatz eingerichtet, an dem man möglichst nichts anderes macht und an dem so wenig wie möglich Ablenkungen sind, kann man sich besser auf das zu Lernende konzentrieren. Es kann auch hilfreich sein, das Handy nicht mit an den Arbeitsplatz zu nehmen, um Ablenkungen hierdurch zu vermeiden.

Lernplan

Wie beschrieben, bekommt man in der Regel von der Fernuniversität Unterlagen zugeschickt und kann sich selber einteilen, was man wann macht und auch, wann man welche Klausur schreibt. Bei den vielen verschiedenen Dingen, die man bekommt, kann man leicht den Überblick verlieren und sich in unterschiedlichen Themen verzetteln.

Um in diesem Punkt Freiheit und Disziplin im Fernstudium miteinander zu verbinden, ist ein Lernplan sinnvoll. Man sollte sich also zu Beginn ansehen, was man alles für Unterlagen erhalten hat und diese nach Themen sortieren. Dann sollte man sich genau überlegen, welches Thema man wann bearbeiten möchte bzw. wann man welche Klausur schreiben möchte. Dementsprechend sollte dann der Lernplan erstellt werden.

Dieser Lernplan sollte mit dem sonstigen Alltag vereinbar sein. Man sollte sich also feste Lernzeiten in seine Tage einplanen mit festen Lerninhalten, die man erarbeiten möchte. So ist die Wahrscheinlichkeit sich in den vielen Themen zu verlieren oder keine Zeit zum Lernen zu haben, deutlich gesenkt.

Selbstdisziplin

Die Selbstdisziplin spielt beim Thema Freiheit und Disziplin im Fernstudium eine zentrale Rolle, denn ohne sie, ist man sehr wahrscheinlich nicht erfolgreich hierbei. Die anfängliche Motivation zum Lernen wird früher oder später abklingen und dann braucht es eben diese Selbstdisziplin um weiter dabei zu bleiben.

Um diese aufrecht zu erhalten ist es hilfreich, sich immer wieder das eigene Ziel vor Augen zu führen und bewusst zu machen. Was genau möchte man mit diesem Fernstudium erreichen und warum sollte man deshalb jetzt dabei bleiben und etwas dafür tun. Sich familiären oder freundschaftlichen Rückhalt zu holen, kann hier förderlich sein, denn diese können auch in schwierigen Zeiten wieder ins Gedächtnis rufen, warum das Fernstudium begonnen wurde und dabei unterstützen, dieses weiter zu bestreiten.

Fazit

Freiheit und Disziplin im Fernstudium liegen nah beieinander und es bedarf einiger Energie, sie zusammen zu bringen. Wer dazu neigt, immer alles aufzuschieben und sich schlecht selber motivieren kann, für den ist ein Fernstudium vielleicht nicht die richtige Möglichkeit. Wer allerdings die Freiheit eines Fernstudiums schätzt bzw. benötigt, für den gibt es einige Tipps, wie das Fernstudium gelingen kann. Zum einen ist es ratsam, sich einen festen Lernort bzw. Arbeitsplatz einzurichten, der möglichst frei von Ablenkungen ist und an dem wirklich fast ausschließlich gelernt wird. Außerdem kann ein fester Lernplan helfen, um den Überblick über die vielen Themen nicht zu verlieren und um sicherzugehen, dass genügend Zeit für das Studium vorhanden ist. Zu guter Letzt spielt die Selbstdisziplin eine große Rolle. Hier sollte man versuchen, sich immer wieder sein Ziel deutlich zu machen und sich daran zu erinnern, was man erreichen möchte. Freunde und Familie können hierbei unterstützen, auch wenn man mal eine schwierige Phase hat.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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