Bildquelle: © Robert Kneschke für fotolia.com

Der Lebenslauf ist das erste und oft auch entscheidende Kriterium, nach der Bewerber/innen selektiert werden. Deshalb ist dieser Teil der Bewerbung besonders wichtig. Wie kann man einen guten Lebenslauf schreiben? Worauf muss man achten? Was gehört in den Lebenslauf und was nicht?

Allgemeines

Personalverantwortliche haben in der Regel wenig Zeit, die eingehenden Bewerbungen für eine zu besetzende Stelle zu sichten. Das erste, was betrachtet wird, ist der Lebenslauf. Dieser entscheidet dann in der Regel schon darüber, ob das Anschreiben überhaupt gelesen und angesehen wird, oder ob die Bewerbung direkt aussortiert wird. Heutzutage verbreiten sich darüber hinaus digitale Tools, die den Lebenslauf für die Personalverantwortlichen auf die Eignung der Bewerber/innen prüfen. Wer nicht die Voraussetzungen erfüllt, wird aussortiert. Einen ansprechenden und guten Lebenslauf schreiben zu können, ist also enorm wichtig für eine erfolgreiche Bewerbung. Aber was ist dabei wichtig?

Zuerst einmal ist es wichtig, einen übersichtlichen Lebenslauf zu gestalten. Ein tabellarischer Lebenslauf sollte ungefähr eine bis zwei Seiten lang sein, nicht länger. Beim Lebenslauf schreiben ist es wichtig darauf zu achten, diesen so lang wie nötig zu machen, aber nicht länger als notwendig. Die relevanten Informationen sollten knapp und eindeutig formuliert werden, ohne relevantes auszulassen oder abzuschweifen. Die beruflichen Stationen sollten lückenlos aufgeführt werden. Aber auch persönliche Interessen und sonstige Kenntnisse können von Relevanz sein.

Zur Übersichtlichkeit gehört auch ein entsprechendes Layout. Hierzu gibt es im Internet zahlreiche Vorlagen und Muster. Diese sollten durchgesehen werden und das für sich passende ausgewählt und ggf. modifiziert werden. Welches Layout angemessen ist, hängt zum einen von der persönlichen Präferenz, zum anderen aber auch von der Branche und der zu besetzenden Stelle ab. Gemeinsam haben die Layouts eines tabellarischen Lebenslaufes, welcher sich heutzutage deutlich durchgesetzt hat, dass die Daten und Zeitangaben auf der linken Seite zu finden sind und die dazugehörigen Fakten rechts daneben.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die gewählte Schrift sowohl ausgedruckt als auch auf dem Bildschirm gut lesbar ist. Hierzu zählen auch gut gewählte Zeilenabstände, Seitenränder und Absatzformate.

Aufbau – Was gehört rein?

Wer einen Lebenslauf schreiben will, sollte also alles Nötige aufführen, ohne dabei abzuschweifen. Aber was genau ist alles nötig und in welcher Reihenfolge werden die Punkte aufgeführt?

An erster Stelle stehen die persönlichen Daten des/der Bewerber/in. Hierzu zählen der vollständige Name, das Geburtsdatum mit dem Geburtsort, die Anschrift, Telefonnummer, E-Mail Adresse, Staatsangehörigkeit und der Familienstand. Je nach Branche und Unternehmen, kann die Religionsangehörigkeit ebenfalls von Relevanz sein (vor allem bei kirchlichen Unternehmen/Trägern). Wer ein professionelles Bewerbungsbild hat, kann dieses ebenfalls hier einfügen.

Nach den persönlichen Daten folgt die Berufserfahrung. Dieser Teil wird heutzutage üblicherweise anti-chronologisch aufgebaut, es wird also mit der letzten bzw. aktuellen Stelle, bei der man gearbeitet hat bzw. noch arbeitet, begonnen. Die erste Stelle, bei der man vor Jahren gearbeitet hat, steht folglich an letzter Stelle dieses Teils. Dieser Teil ist das Herzstück des Lebenslaufes und sollte übersichtlich und lückenlos sein. Aufgeführt werden sollte der Zeitraum der Beschäftigung mit Monat und Jahr auf der linken Seite, die Jobbezeichnung, Position, der Arbeitgeber, die Stadt, sowie die wesentlichen Aufgaben und Erfolge in Stichpunkten auf der rechten Seite.

Als nächstes folgt beim Lebenslauf schreiben die Ausbildung. Auch hier werden die Stationen in der Regel anti-chronologisch aufgeführt. Angegeben werden wieder die Zeiträume auf der linken Seite, der Name der Ausbildung/des Studiums/die Schulform, das Ausbildungsinstitut/die Hochschule/die Schule, der jeweilige Ort, der erreichte Abschluss und ggf. die Abschlussnote. Auslandssemester oder ähnliches werden ebenfalls hier angegeben. Beim Schulabschluss reicht in der Regel der höchste erreichte Schulabschluss, die Grundschule ist meist nicht von Belang. Bei Ausbildung und/oder Studium können noch für die Stelle relevante Schwerpunkte aufgeführt werden, ebenso wie die Abschlussarbeit, falls das Thema zur ausgeschriebenen Stelle passt. Auch geleistete Zivil-/Wehr-/Freiwilligendienste können hier aufgenommen werden.

Anschließend folgt der Punkt Qualifikationen. Hier werden alle besuchten Weiter- oder Fortbildungen mit Zeitraum und Bezeichnung aufgeführt. Diese sollten in der Bewerbung mit Zertifikaten belegt werden. Auch Sprach- und EDV-/PC-Kenntnisse können hier aufgeführt werden, ebenso wie der Führerschein mit Klasse.

Interessen und Hobbys können als letztes folgen. Hier sollten allerdings nur solche Interessen oder Engagements angegeben werden, die bei dem Arbeitgeber tatsächlich einen Pluspunkt bringen könnten und von Relevanz sind. Wer Interessen und Hobbys in dem Bereich hat, in dem er sich auch bewirbt, kann mit diesen ggf. Punkten. Auch ehrenamtliches Engagement kann gut ankommen.

Abschließend sollte der Ort, das Datum und eine handschriftliche Unterschrift den Lebenslauf abrunden.

Lücken?

Beim Lebenslauf schreiben sehen sich viele Menschen dem Problem gegenüber, dass sie eben kein lückenloses Leben aufweisen können. Wie also mit diesen Lücken umgehen? Das Einzige, was hier helfen kann, ist Ehrlichkeit. Lücken versuchen zu vertuschen, gelingt meist nicht. Und eine Lücke im Lebenslauf bedeutet heute auch nicht direkt etwas Schlechtes. Wer die Zeit für Fort- oder Weiterbildungen genutzt hat oder sich anderweitig passend engagiert oder gebildet hat, kann und sollte das angeben.

Aber auch bei allen anderen Lücken ist es hilfreich, offen mit diesen umzugehen und einen ehrlichen und nachvollziehbaren Grund für diese anzugeben. Das kann die Elternzeit sein, ein krankheitsbedingter Ausfall (hierbei angeben, dass man wieder vollständig genesen und einsatzbereit ist, nicht jedoch die Krankheit selbst), die Pflege von Angehörigen, ein Studien-/Ausbildungswechsel, der Berufseinstieg oder eine Neuorientierung.

Fazit

Einen Lebenslauf schreiben ist von großer Relevanz im Bewerbungsprozess. Dieser ist das erste und zunächst entscheidende Kriterium darüber, ob die Bewerbung weiter berücksichtigt wird und das Anschreiben gelesen wird. Deshalb sollte der Lebenslauf sorgfältig erstellt werden. Er sollte übersichtlich und vollständig sein und aus maximal 2 Seiten bestehen. Inhaltlich sollten die persönlichen Angaben, die Berufserfahrung, die Ausbildung und die Qualifikationen auftauchen. Interessen und Hobbys können ergänzend angeführt werden, wenn diese einen Mehrwert bringen. Mit Lücken sollte ehrlich umgegangen werden und ggf. Gründe angeführt werden. Wer in dieser Zeit Fort- oder Weiterbildungen absolviert hat, sollte diese in jedem Fall angeben.

Weitere Beiträge, die für Sie interessant sein könnten:

 

Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.