Die deutsche Hochschullandschaft ist groß und vielfältig. Die Wahl der Hochschule für ein Studium hängt dabei von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die Qualität der Hochschule kann einer hiervon sein. In diesem Zusammenhang kann es vorkommen, dass man von sogenannten Exzellenzuniversitäten hört. Was ist eine Exzellenzuniversität? Was macht sie aus? Welche Uni darf sich so nennen?

Die „Exzellenzstrategie“

Um zu verstehen, was eine Exzellenzuniversität ist und was diese ausmacht, muss man verstehen, in welchem Zusammenhang diese Bezeichnung steht. Die Exzellenzuniversität ist eine der Förderlinien der sogenannten Exzellenzstrategie. Dies ist ein Förderprogramm, welches von Bund und Ländern ins Leben gerufen wurde, das dazu dienen soll, deutsche Universitäten zu stärken und vor allem Spitzenforschung zu fördern. Aber auch die fachliche und strategische Profilierung der Universitäten soll unterstützt werden. Deutschland soll dadurch als Wissenschaftsstandort gestärkt werden, ebenso wie die internationale Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich verbessert werden soll. Insgesamt soll die Qualität deutscher Hochschulen und deren Forschung angehoben werden, sowie die bereits entstandene Dynamik im Wissenschaftssystem Deutschlands ausgebaut werden.

Im Rahmen dieses Programms gibt es zwei Förderlinien. Die eine nennt sich „Exzellenzcluster“, die andere „Exzellenzuniversitäten“. Die Hochschulen können sich mit Projekten und Vorhaben auf diese Förderlinien bewerben. Welche Universitäten gefördert werden, entscheidet die sogenannte „Exzellenzkommission“. Diese besteht aus Wissenschaftsrat, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und den Wissenschaftsministern aus dem Bund und den Ländern.

Wie wird eine Uni zur Exzellenzuniversität?

Um den Titel Exzellenzuniversität zu erhalten ist es notwendig, zwei oder mehr Förderzuschläge im Rahmen der Exzellenzcluster erhalten zu haben. Nur wer dies geschafft hat, kann sich als Exzellenzuniversität bewerben und so möglicherweise weitere Zuschüsse erhalten. Einzeluniversitäten können dabei zwischen 10 und 15 Millionen Euro Zuschüsse erhalten, Universitätsverbünde zwischen 15 und 28 Millionen Euro.

Als Exzellenzuniversität kann man dauerhaft gefördert werden. Allerdings steht nach 7 Jahren eine erneute Prüfung an und es müssen wieder die erforderlichen Exzellenzcluster nachgewiesen werden. Außerdem muss die Evaluation der Uni positiv verlaufen. Ist diese Evaluation nicht positiv, gibt es keine weitere Förderung und die Uni erhält noch für höchstens 3 Jahre eine Auslaufförderung.

Im Jahr 2018 wurde durch die Exzellenzkommission beschlossen, an 34 Hochschulen 57 Exzellenzcluster zu fördern. Um als Exzellenzuniversität ausgezeichnet zu werden, ist eine weitere Bewerbungs- und Prüfungsrunde erforderlich. Beteiligen dürfen sich 17 Universitäten bzw. 2 Universitätsverbünde, die die entsprechenden Voraussetzungen mit zwei (bzw. drei für die Verbünde) oder mehr Förderungen im Rahmen der Exzellenzcluster erfüllen. Schlussendlich werden nur 11 Hochschulen 2019 als Exzellenzuniversität ausgezeichnet werden.

In den Bewerbungsprozess einbezogen wird, neben dem Kriterium der Förderung im Rahmen von 2 bzw. 3 Exzellenzclustern, zum einen der aktuelle Stand der Universität. Das Gesamtprofil der Uni, das wissenschaftliche Leistungsniveau und die Ausgangsvoraussetzungen, um die internationale Spitzenstellung auszubauen, müssen bereits vor Antragsstellung eine hohe Qualität haben. Außerdem ist es nötig, dass die Universitäten viel Strategie- und Handlungsfähigkeit haben.

Darüber hinaus muss eine langfristige Gesamtstrategie der Universität bei Bewerbung vorgelegt werden, wie sie sich international in die Spitzengruppe der Unis eingliedern bzw. sich dieser anschließen will. Hierin sollen realistische Zielsetzung formuliert werden, mit Rücksicht auf den aktuellen Stand, sowie Stärken und Schwächen der Hochschule. Die Vorhaben müssen dazu in der Lage sein, Verbesserungen dauerhaft zu erzielen.

Außerdem muss ein Finanzierungsplan vorgelegt werden, sowie ein Datenanhang. Darüber hinaus muss dem Antrag auch ein Begleitschreiben des jeweilig zuständigen Ministeriums beigefügt werden, indem dieses klarstellt, dass sie den Antrag und das Vorhaben der Universität unterstützt und dass dieses mit den Zielen und gesetzlichen Regelungen des Landes übereinstimmt. Außerdem muss das Ministerium zusagen, 25 Prozent der Antragssumme zu finanzieren. Die restlichen 75 Prozent werden vom Bund finanziert.

Exzellenzuniversitäten in Deutschland

Eine Exzellenzuniversität wird also von Bund und Ländern durch Fördermittel darin unterstützt, international eine Spitzenstellung v.a. im Bereich Forschung zu erlangen. Aktuell werden noch folgende 11 Unis als Exzellenzuniversitäten gefördert:

  • RWTH Aachen
  • HU Berlin
  • FU Berlin
  • Universität Bremen
  • TU Dresden
  • Universität Heidelberg
  • Universität zu Köln
  • Universität Konstanz
  • TU München
  • LMU München
  • Universität Tübingen

Wie aber bereits schon erwähnt, wurden 2018 neue Förderungen durch Exzellenzcluster vergeben. Hieraufhin konnten sich 17 Universitäten und 2 Universitätsverbände als Exzellenzuni bewerben. Die Entscheidung, welche 11 dieser Unis als solche gefördert werden, wird in diesem Jahr entschieden. Bewerben konnten sich:

  • RWTH Universität Aachen (RWTH)
  • Ruhr-Universität Bochum
  • Universität Bonn
  • TU Braunschweig
  • TU Dresden
  • Universität Freiburg
  • Universität Hamburg
  • Universität Heidelberg
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
  • CAU zu Kiel
  • Universität zu Köln
  • Universität Konstanz
  • TU München
  • LMU München
  • WWU Münster
  • Universität Stuttgart
  • Universität Tübingen
  • FU Berlin, HU Berlin, TU Berlin
  • Leibniz Universität Hannover, MH Hannover

Damit ist also sicher, dass die Uni in Bremen ihren Stand als Exzellenzuniversität verlieren wird, denn sie kann nicht die erforderlichen Exzellenzcluster vorweisen und darf sich somit nicht bewerben.

Die Entscheidung, welche Unis gefördert werden, wird im Juli dieses Jahres fallen. Ab November wäre dann der Förderbeginn, mit zunächst 7 Jahren Laufzeit. Dann würde der Wettbewerb erneut starten.

Fazit

Eine Exzellenzuniversität können Unis also im Rahmen des Förderprogramms „Exzellenzstrategie“ werden. Dies bedeutet, dass sie dann von Bund und Ländern mindestens 7 Jahre lang finanziell unterstützt werden, um im internationalen Vergleich vor allem im Bereich Forschung zu den Spitzenunis zu gelangen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die 2 bzw. 3 oder mehr Förderungen durch den anderen Förderweg, die sogenannten Exzellenzcluster erhalten. Ist diese Voraussetzungen erfüllt, können sich die Unis um die Förderung bewerben. Insgesamt werden aktuell 11 Universitäten als Exzellenzuniversitäten gefördert. Diese werden 2019 durch 11 neue abgelöst. Insgesamt sollen deutsche Hochschulen durch das Programm gefördert werden und vor allem die Spitzenforschung, auch im internationalen Vergleich, vorangetrieben werden.

Weitere Informationen können Sie unter anderem hier finden:

Wissenschaftsrat – Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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