Arbeitsmarkt im Herbst 2026: Was die Septemberzahlen für Berufseinsteiger bedeuten

Veröffentlicht am 10. Oktober 2026

Im September sinkt die Arbeitslosigkeit fast immer, weil nach den Sommerferien Ausbildungen, Studiengänge und neue Verträge beginnen. Auch 2026 ist das so – nur schwächer als üblich. Die Bundesagentur für Arbeit zählte 2,994 Millionen Arbeitslose, 67.000 weniger als im August, aber 40.000 mehr als vor einem Jahr. Für alle, die gerade ihren Abschluss in der Tasche haben, steckt in den Zahlen eine gemischte Botschaft.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Kurzfassung2,994 Millionen Arbeitslose, Quote 6,4 Prozent, 660.000 Stellen: Was die Septemberzahlen der Bundesagentur für Berufseinsteiger und Ausbildungssuchende bedeuten.
ThemenbereichArbeitsmarkt, Berufsausbildung, Berufseinstieg
Veröffentlicht10. Oktober 2026
AutorJan Bohlken, Diplom-Sozioökonom, Geschäftsführer des Profiling Instituts
Passende Leistung des Institutsprivate Berufsberatung, 1.400 Euro für Schüler und Abiturienten, ab 900 Euro für Berufstätige
HerausgeberProfiling Institut, Eignungsdiagnostik nach wissenschaftlichen Standards, sieben Standorte in Deutschland
Übersicht Arbeitsmarkt September 2026: 2,994 Millionen Arbeitslose, Arbeitslosenquote 6,4 Prozent, 660.000 gemeldete Stellen, Ausbildungsmarktbilanz am 30. Oktober 2026
Eckwerte des Arbeitsmarkts im September 2026. Grafik: KI-generiert.

Die Septemberzahlen im Überblick

  • Arbeitslose: 2.994.000, das sind 67.000 weniger als im Vormonat und 40.000 mehr als im September 2025. Saisonbereinigt ist die Zahl um 12.000 gestiegen.
  • Arbeitslosenquote: 6,4 Prozent, 0,1 Punkte unter dem August und 0,1 Punkte über dem Vorjahr.
  • Gemeldete Stellen: 660.000, 30.000 mehr als vor einem Jahr. Der Stellenindex BA-X liegt bei 104 Punkten, sechs Punkte über dem Vorjahr.
  • Erwerbstätige: 45,58 Millionen im August, 236.000 weniger als ein Jahr zuvor.
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 34,68 Millionen im Juli, 84.000 weniger als im Vorjahr.
  • Unter 25-Jährige: 304.000 Arbeitslose, 23.000 weniger als im August. Diese Zahl nennt das Bundesarbeitsministerium.

Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Andrea Nahles, fasste die Lage so zusammen: „Der Auftakt fällt allerdings schwunglos aus.“ Die wirtschaftliche Erholung komme am Arbeitsmarkt noch nicht an.

Was das für Berufseinsteiger bedeutet

Zwei Signale laufen gegeneinander. Die Zahl der gemeldeten Stellen steigt wieder, gleichzeitig schrumpft die Beschäftigung insgesamt. Betriebe schreiben also aus, bauen aber an anderer Stelle ab. Für Einsteiger heißt das: Es gibt Stellen, doch die Auswahl ist strenger und die Branche spielt eine größere Rolle als in den Jahren davor.

Wie groß der Unterschied nach Branchen ist, zeigt die aktuelle Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Das Verarbeitende Gewerbe verliert danach 2026 rund 160.000 und 2027 weitere 130.000 Stellen. Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit legen um 170.000 und 150.000 zu. Insgesamt erwartet das Institut für 2027 einen Rückgang der Erwerbstätigkeit um 140.000 Personen. Die Einzelheiten haben wir im Beitrag zur IAB-Prognose 2027 zusammengestellt.

Dass der Einstieg für Akademikerinnen und Akademiker enger geworden ist, während die Ausbildung vergleichsweise stabil bleibt, zeigt unser Beitrag über Jobs für Berufseinsteiger. Welche Rolle künstliche Intelligenz dabei spielt, lesen Sie in der Auswertung der Stanford-Studie zum Berufseinstieg.

Der Ausbildungsmarkt: Bilanz kommt am 30. Oktober

Für den Ausbildungsmarkt gibt es im September keine neuen Zahlen. Die Bundesagentur legt die Bilanz des Berufsberatungsjahres 2025/26 am 30. Oktober 2026 vor, zusammen mit den Arbeitsmarktdaten für Oktober. Bis dahin gilt der Stand von Ende August: 433.000 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber, 451.000 gemeldete Ausbildungsstellen, davon 116.000 noch unbesetzt, und 102.000 junge Menschen ohne Platz. Die Hintergründe stehen im Beitrag zum Ausbildungsmarkt 2026.

Wer jetzt noch ohne Ausbildungsplatz ist, hat also weiter Chancen: Ende August standen mehr unbesetzte Stellen als unversorgte Bewerber in der Statistik. Einen Überblick über die Berufe finden Sie unter Ausbildungsberufe.

Drei Dinge, die Sie jetzt tun können

  • Branche mitdenken. Prüfen Sie, ob Ihr Wunschberuf in einem wachsenden oder schrumpfenden Bereich liegt. Eine Orientierung gibt unsere Übersicht der Berufe mit Zukunft.
  • Bewerbungen schärfen. Wenn Betriebe strenger auswählen, zählt die Passung zur Stelle mehr als die Zahl der verschickten Unterlagen. Hilfen dazu finden Sie im Bereich Bewerbung.
  • Auswahlverfahren üben. Wo Tests zum Verfahren gehören, hilft Vorbereitung. Mit unserem kostenlosen Einstellungstest-Trainer können Sie sich vorbereiten.

Wer grundsätzlich unsicher ist, ob die eingeschlagene Richtung passt, bekommt in unserer Berufsberatung eine Einschätzung auf Grundlage einer Eignungsdiagnostik nach wissenschaftlichen Standards.

Quellen

  • Bundesagentur für Arbeit: „Herbstbelebung beginnt ohne Schwung“, Presseinfo Nr. 37 vom 30.09.2026 – arbeitsagentur.de
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Arbeitsmarktzahlen September 2026, Pressemitteilung vom 30.09.2026 – bmas.de
  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Prognose 2026/2027, Presseinformation vom 24.09.2026 – iab.de

Hinweis zur Abbildung: Die Grafik in diesem Beitrag wurde KI-generiert. Die dargestellten Werte stammen aus den genannten Quellen.

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