Warum die Gen Z schneller kündigt – und was das über Aufstiegschancen sagt

Veröffentlicht am 4. Oktober 2026 Aktualisiert am 15. Oktober 2026

Junge Beschäftigte gelten schnell als wechselfreudig oder wenig belastbar. Das neue Randstad Arbeitsbarometer 2026 liefert ein genaueres Bild: 45 Prozent der Gen Z haben schon einmal gekündigt, weil Aufstiegschancen fehlten – bei den Babyboomern waren es 10 Prozent. Hinter dem schnelleren Wechsel steckt weniger Ungeduld als eine klare Erwartung an Entwicklung und Führung.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Kurzfassung45 Prozent der Gen Z haben wegen fehlender Aufstiegschancen gekündigt, bei Babyboomern 10 Prozent. Was das Randstad Arbeitsbarometer 2026 zeigt und was daraus folgt.
ThemenbereichBeruf, Berufliche Neuorientierung, Bildung und Beruf
Veröffentlicht4. Oktober 2026
Aktualisiert15. Oktober 2026
AutorJan Bohlken, Diplom-Sozioökonom, Geschäftsführer des Profiling Instituts
Passende Leistung des InstitutsKarriereberatung ab 160 Euro je Stunde, Orientierungs-Beratung ab 900 Euro
HerausgeberProfiling Institut, Eignungsdiagnostik nach wissenschaftlichen Standards, sieben Standorte in Deutschland
Balkengrafik: Kündigung wegen fehlender Aufstiegschancen nach Generation – Gen Z 45, Millennials 35, Gen X 14, Babyboomer 10 Prozent
Kündigung wegen fehlender Aufstiegschancen nach Generation. Grafik: KI-generiert auf Basis des Randstad Arbeitsbarometers 2026.

Die Zahlen im Generationenvergleich

Aussage Gen Z Millennials Gen X Babyboomer
aus Unzufriedenheit nach einem neuen Job gesucht 62 % 56 % 53 % 43 %
wegen fehlender Aufstiegschancen gekündigt 45 % 35 % 14 % 10 %
flexiblere Arbeitsbedingungen gefordert 58 % 53 % 40 % 31 %
aus Frust die eigene Produktivität reduziert 46 % 36 % 26 % 10 %
einen Führungswechsel gefordert 43 % 26 % 15 % 6 %

Dazu kommt: Jüngere beschreiben ihren Arbeitsplatz seltener als unterstützend oder inspirierend als ältere Beschäftigte. Welche Jahrgänge zu welcher Generation zählen und wie belastbar solche Etiketten sind, erklärt unser Glossar zu den Generationen X, Y und Z.

Zur Einordnung: Das Arbeitsbarometer ist eine Umfrage des Personaldienstleisters Randstad, keine unabhängige wissenschaftliche Studie. Befragt wurden Erwerbstätige und Arbeitsuchende zwischen 18 und 67 Jahren in 35 Ländern, online, mit mindestens 250 Personen je Land. Die Zahlen beschreiben Tendenzen, keine exakten Anteile für Deutschland.

Was dahintersteckt: Entwicklung schlägt Beständigkeit

Die größten Abstände zwischen den Generationen liegen nicht beim Gehalt oder bei der Flexibilität, sondern bei Aufstieg und Führung. Das ist folgerichtig: Wer am Anfang des Berufslebens steht, bewertet eine Stelle vor allem danach, was sie für die nächsten Jahre möglich macht. Bleibt die Entwicklung aus, fehlt der Grund zu bleiben.

Auffällig ist auch der Befund zur Produktivität. Fast die Hälfte der Gen Z gibt an, aus Unzufriedenheit weniger zu leisten. Das ist das Muster, das in der Praxis als innere Kündigung beschrieben wird – und das für beide Seiten teurer ist als ein offener Wechsel. Wie man diesen Zustand erkennt und wieder verlässt, steht unter innere Kündigung.

Wenn Sie selbst über einen Wechsel nachdenken

Ein Jobwechsel wegen fehlender Perspektive ist oft die richtige Entscheidung. Riskant wird er, wenn die neue Stelle dasselbe Problem mitbringt. Drei Fragen helfen, das zu vermeiden:

  • Liegt es an der Stelle oder am Beruf? Fehlende Aufstiegschancen können am Arbeitgeber liegen – oder daran, dass der Beruf auf Dauer nicht trägt. Im zweiten Fall löst ein Arbeitgeberwechsel nichts. Unser Beitrag zum falschen Beruf hilft bei der Unterscheidung.
  • Was heißt Entwicklung für Sie konkret? Mehr Verantwortung, eine Führungsrolle, fachliche Spezialisierung oder neue Themen? Die Antwort bestimmt, welche Stellen passen. Unser Motivationstest und der Beitrag zu Werten im Job helfen beim Sortieren.
  • Passt Führung zu Ihnen? Wer Aufstieg mit Führung gleichsetzt, sollte prüfen, ob die Rolle auch liegt. Einen ersten Eindruck gibt der kostenlose Führungspotenzial-Test.

Viele junge Fachkräfte erleben diese Fragen gebündelt in den ersten Berufsjahren. Was dabei typisch ist, haben wir unter Quarterlife Crisis im Job und berufliche Neuorientierung mit 30 bis 35 beschrieben. Wenn die Unzufriedenheit schon länger anhält, lohnt der Beitrag unzufrieden im Job.

Was Arbeitgeber daraus lernen können

Für Unternehmen ist der Befund eine Handlungsanleitung: sichtbare Entwicklungswege, regelmäßige Gespräche über Perspektiven und Führungskräfte, die jüngere Mitarbeitende einbinden statt nur anzuweisen. Wer bei der Auswahl von Nachwuchskräften schon auf Passung zu Rolle und Team achtet, senkt Frühfluktuation zusätzlich. Wie das mit eignungsdiagnostischen Verfahren gelingt, zeigt unsere Seite zur Auswahl von Auszubildenden.

Unterstützung beim nächsten Schritt

Wenn Sie wissen, dass sich etwas ändern muss, aber nicht, in welche Richtung: In der Karriereberatung klären wir mit Verfahren nach wissenschaftlichen Standards, welche Rollen und Entwicklungswege zu Ihren Fähigkeiten, Interessen und Werten passen. Einen kostenlosen Einstieg bietet der Berufswahltest für Erwachsene.

Quellen

  • Randstad Deutschland: Arbeitsbarometer 2026 – Auswertung jüngerer Beschäftigter, Pressemitteilung vom 14.09.2026. Umfrage eines Personaldienstleisters, 35 Länder, mindestens 250 Befragte je Land

Hinweis zur Abbildung: Die Grafik in diesem Beitrag wurde KI-generiert. Die dargestellten Werte stammen unverändert aus der genannten Veröffentlichung.

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