18,8 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland haben keinen formalen Berufsabschluss. Das ist die Zahl, mit der der INSM-Bildungsmonitor 2026 am 14. September überschrieben wurde – knapp jede und jeder Fünfte. Der Befund passt zu den schwachen PISA-Ergebnissen dieses Monats und zeigt, wo sich Bildungslücken später auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen.
Das Wichtigste in Kürze
| Kurzfassung | 18,8 Prozent der jungen Erwachsenen haben keinen Berufsabschluss. Zahlen und Länderranking des Bildungsmonitors 2026 – und wie sich ein Abschluss nachholen lässt. |
|---|---|
| Themenbereich | Arbeitsmarkt, Beruf, Berufsausbildung |
| Veröffentlicht | 30. September 2026 |
| Aktualisiert | 15. Oktober 2026 |
| Autor | Jan Bohlken, Diplom-Sozioökonom, Geschäftsführer des Profiling Instituts |
| Passende Leistung des Instituts | Karriereberatung ab 160 Euro je Stunde, Orientierungs-Beratung ab 900 Euro |
| Herausgeber | Profiling Institut, Eignungsdiagnostik nach wissenschaftlichen Standards, sieben Standorte in Deutschland |

Was der Bildungsmonitor misst – und wer dahintersteht
Der Bildungsmonitor wird seit 2004 jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellt, Auftraggeber ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), eine von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanzierte Organisation. Er vergleicht die Bundesländer anhand von 98 Indikatoren, die Daten stammen überwiegend aus den Jahren 2023 und 2024. Die Zahlen beruhen auf amtlichen Statistiken; die Auswahl und Gewichtung der Indikatoren folgt dagegen einem wirtschaftsnahen Blick auf Bildung. Beides sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten.
Die wichtigsten Befunde
Mehr Menschen ohne Berufsabschluss. Unter den 25- bis 64-Jährigen lag der Anteil ohne Berufsabschluss 2005 bei 18,2 Prozent, sank bis 2015 auf 16,2 Prozent und stieg bis 2024 auf 20,4 Prozent. Der Rückgang eines ganzen Jahrzehnts ist damit mehr als aufgezehrt.
Gleichzeitig mehr Hochschulabschlüsse. In derselben Altersgruppe stieg der Anteil mit Hochschulabschluss von 15,4 Prozent (2005) auf 25,6 Prozent (2024). Auch der Bildungsaufstieg junger Erwachsener hat laut Studie zugenommen. Die Entwicklung läuft also auseinander: Mehr Menschen erreichen hohe Abschlüsse, mehr Menschen bleiben ohne.
Das Niveau sinkt überall. Nach Aussage der Herausgeber verschlechtert sich das Bildungsniveau in allen Bundesländern. Besonders deutlich fallen seit 2013 die Handlungsfelder Schulqualität, Bildungsarmut sowie Integration und Bildungschancen zurück.
Das Länderranking 2026
| Platz | Land | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Sachsen | 62,9 |
| 2 | Bayern | 57,8 |
| 3 | Hamburg | 53,6 |
| 4 | Baden-Württemberg | 52,3 |
| 5 | Saarland | 51,5 |
| 6 | Thüringen | 49,4 |
| 7 | Hessen | 45,4 |
| 8 | Mecklenburg-Vorpommern | 45,0 |
| 9 | Schleswig-Holstein | 44,4 |
| 10 | Niedersachsen | 42,1 |
| 11 | Berlin | 41,9 |
| 12 | Rheinland-Pfalz | 39,4 |
| 13 | Brandenburg | 38,4 |
| 14 | Nordrhein-Westfalen | 36,8 |
| 15 | Sachsen-Anhalt | 36,7 |
| 16 | Bremen | 36,1 |
Sachsen führt erneut, Bremen bleibt Schlusslicht und fällt laut Studie am stärksten zurück. Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Land, liegt auf Platz 14. Die Forderungen der Herausgeber: verbindliche Sprachtests und frühe Förderung, mehr Mittel für Schulen mit hohem Armutsrisiko, flexible Wege zur beruflichen Nachqualifizierung und eine datengestützte Qualitätsentwicklung mit standardisierten Tests.
Was ein fehlender Abschluss im Berufsleben bedeutet
Ohne Berufsabschluss bleiben viele Menschen dauerhaft in Helfertätigkeiten – mit niedrigerem Einkommen und höherem Risiko, bei Umbrüchen als Erste den Job zu verlieren. Gleichzeitig suchen Betriebe in vielen Berufen händeringend Fachkräfte; welche das sind, zeigt unser Ranking zum Fachkräftemangel 2026. Die Lücke zwischen beiden Gruppen ist einer der Gründe, warum Nachqualifizierung zu den zentralen Forderungen der Studie gehört.
Die gute Nachricht: Ein Berufsabschluss lässt sich in fast jedem Alter nachholen. Eine duale Ausbildung ist auch mit 25, 35 oder 45 möglich, teils verkürzt oder in Teilzeit. Einen Überblick über alle anerkannten Berufe gibt unsere Übersicht der Ausbildungsberufe, aktuelle Angebote finden Sie unter freie Ausbildungsplätze. Wer eine Ausbildung schon einmal abgebrochen hat, findet unter Ausbildungsabbruch Wege für den zweiten Anlauf.
Der Schritt vor der Ausbildung: die richtige Wahl
Ein fehlender Abschluss hat oft eine Vorgeschichte – ein Beruf, der nicht passte, ein Abbruch, eine Entscheidung unter Zeitdruck. Deshalb lohnt es sich, vor dem zweiten Anlauf die Passung zu klären. Einen ersten Anhaltspunkt geben unser kostenloser Berufswahltest für Erwachsene und für Jugendliche der Berufswahltest für Schüler. Für eine belastbare Entscheidung arbeiten wir in der Berufsberatung mit eignungsdiagnostischen Verfahren nach wissenschaftlichen Standards und leiten daraus konkrete Berufe ab, die zu Fähigkeiten und Interessen passen.
Wie sich die schulischen Grundlagen entwickeln, auf denen all das aufbaut, haben wir im Beitrag zu den PISA-Ergebnissen 2025 beschrieben. Frühere Ausgaben des Bildungsmonitors finden Sie etwa im Beitrag zum Bildungsmonitor 2022 zur beruflichen Bildung.
Quellen
- Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft / Institut der deutschen Wirtschaft: INSM-Bildungsmonitor 2026, Pressemitteilung vom 14.09.2026, Studienleitung Prof. Dr. Axel Plünnecke
- Deutsches Schulportal: Bildungsmonitor – Anteil der Menschen ohne Berufsabschluss wächst, 14.09.2026 (Zeitreihe 25- bis 64-Jährige)
Hinweis zur Abbildung: Die Grafik in diesem Beitrag wurde KI-generiert. Die dargestellten Werte stammen unverändert aus den genannten Veröffentlichungen.


