Ausbildungsvergütung 2026/2027: Was Azubis in welchem Beruf verdienen
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen für 162 Berufe nach der aktuellen BIBB-Auswertung, die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung sowie zwei Rechner: ob Ihre Vergütung stimmt und was davon netto übrig bleibt.
Mindestausbildungsvergütung: 724 Euro im ersten Jahr
Seit 2020 gibt es eine gesetzliche Untergrenze für Azubis. Für Ausbildungen mit Start 2026 liegt sie bei 724 Euro im Monat.
| Ausbildungsbeginn | 1. Jahr | 2. Jahr (+18 %) | 3. Jahr (+35 %) | 4. Jahr (+40 %) |
|---|---|---|---|---|
| Beginn 2024 | 649 € | 766 € | 876 € | 909 € |
| Beginn 2025 | 682 € | 805 € | 921 € | 955 € |
| Beginn 2026 | 724 € | 854 € | 977 € | 1.014 € |
Die Mindestvergütung gilt für alle dualen Ausbildungen nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung. Maßgeblich ist das Jahr, in dem die Ausbildung beginnt: Wer 2025 angefangen hat, bekommt im zweiten Jahr mindestens 805 Euro – auch wenn das zweite Jahr 2026 liegt.
So steigt die Vergütung von Lehrjahr zu Lehrjahr
Im Durchschnitt aller tariflich erfassten Berufe bekommen Azubis 1.117 Euro im ersten und 1.297 Euro im dritten Jahr.
Welche Ausbildung am meisten und am wenigsten zahlt
Handwerk, Industrie, öffentlicher Dienst: Wo Azubis mehr bekommen
Der gleiche Beruf wird je nach Bereich unterschiedlich bezahlt: Kaufleute für Büromanagement bekommen im öffentlichen Dienst im Schnitt deutlich mehr als im Handwerk. Die Unterschiede zwischen den Tarifgebieten und zwischen Ost und West kommen hinzu.
Vergütungs-Check: Bekommen Sie genug?
Beruf, Ausbildungsbeginn und Lehrjahr wählen – der Check zeigt den Tarifdurchschnitt und die gesetzliche Untergrenze.
Grundlage: § 17 BBiG. Tarifgebundene Betriebe zahlen den für sie geltenden Tarif. Nicht tarifgebundene Betriebe dürfen den branchenüblichen Tarif um höchstens 20 Prozent unterschreiten und nie unter die Mindestvergütung gehen. Der BIBB-Wert ist ein bundesweiter Durchschnitt – der für Sie geltende Tarif kann regional abweichen. Keine Rechtsberatung.
Brutto-Netto-Rechner für Azubis: Was von der Vergütung übrig bleibt
Von der Ausbildungsvergütung gehen Sozialabgaben ab. Lohnsteuer zahlen die meisten Azubis nicht. Der Rechner übernimmt den Betrag aus dem Vergütungs-Check – Sie können ihn jederzeit überschreiben.
Stand: Rechenwerte 2026, Steuerklasse I. Zusatzbeitrag vorbelegt mit dem Durchschnitt von 2,9 Prozent – den Wert Ihrer Kasse finden Sie auf der Lohnabrechnung. Die Lohnsteuer ist eine Näherung an den amtlichen Programmablaufplan; Abweichungen von wenigen Cent sind möglich. Die Werte für 2027 tragen wir ein, sobald Steuertarif und Zusatzbeitrag feststehen. Keine Steuerberatung.
Drei Regeln, die nur für Azubis gelten
- Bis 325 Euro zahlt der Betrieb alles. Liegt die Vergütung bei höchstens 325 Euro im Monat, trägt der Ausbildungsbetrieb die Sozialversicherung allein. Brutto ist dann gleich Netto. Wegen der Mindestvergütung betrifft das heute nur noch wenige Ausbildungen.
- Kein Midijob-Rabatt. Der Übergangsbereich mit reduzierten Beiträgen gilt nicht für Auszubildende. Ab 325,01 Euro zahlen Sie den vollen Arbeitnehmeranteil von rund 21 Prozent.
- Lohnsteuer erst ab rund 1.430 Euro im Monat. Darunter bleibt das Jahreseinkommen in Steuerklasse I nach Pauschalen und Sozialbeiträgen unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro (2026). Wird trotzdem Steuer einbehalten – etwa weil die Ausbildung erst im August beginnt und nur fünf Monate zählen –, holt die Steuererklärung sie zurück.
Beispiele: So viel bleibt netto (2026)
| Vergütung | Brutto | Abzüge | Netto | Netto ab 23, kinderlos |
|---|---|---|---|---|
| Mindestvergütung, 1. Jahr (Start 2026) | 724 € | 153 € | 571 € | 567 € |
| Mindestvergütung, 2. Jahr | 854 € | 181 € | 673 € | 668 € |
| Mindestvergütung, 3. Jahr | 977 € | 207 € | 770 € | 765 € |
| Tarifdurchschnitt 1. Jahr | 1.117 € | 236 € | 881 € | 874 € |
| Tarifdurchschnitt 2. Jahr | 1.201 € | 254 € | 947 € | 940 € |
| Tarifdurchschnitt 3. Jahr | 1.297 € | 274 € | 1.023 € | 1.015 € |
| Spitzenwert: Milchtechnologe/-in (Ø) | 1.463 € | 314 € | 1.149 € | 1.140 € |
Steuerklasse I, Nordrhein-Westfalen, ohne Kirchensteuer, durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 Prozent. Tarifdurchschnitte laut BIBB 2025.
Ausbildungsvergütung aller Berufe: die komplette Tabelle
Beträge in Euro brutto pro Monat, Durchschnitt aller Tarifverträge im Bundesgebiet, Stichtag 1. Oktober 2025. Bereiche: IH Industrie und Handel, Hw Handwerk, ÖD öffentlicher Dienst, Lw Landwirtschaft, FB freie Berufe, Hs Hauswirtschaft. Spaltenköpfe anklicken zum Sortieren.
Passend dazu: IHK-Prüfungstermine 2027 · Alle Ausbildungsberufe · Einstellungstest üben
Gutes Geld ist ein Argument – passen muss der Beruf trotzdem
Die bestbezahlte Ausbildung nützt wenig, wenn sie nicht zu Ihren Stärken und Interessen passt. Mit wissenschaftlichen Testverfahren nach DIN 33430 finden wir heraus, welche Berufe wirklich zu Ihnen passen – an sieben Standorten oder online.
Rund um die Ausbildung
Häufige Fragen zur Ausbildungsvergütung
Wie hoch ist die Mindestausbildungsvergütung 2026?
Für Ausbildungen, die 2026 beginnen, gilt: 724 Euro im 1. Jahr, 854 Euro im 2. Jahr, 977 Euro im 3. Jahr und 1.014 Euro im 4. Jahr.
Wie hoch ist die Mindestausbildungsvergütung 2027?
Der Betrag für Ausbildungen mit Beginn 2027 wird im Herbst 2026 bekanntgegeben. Er steigt jedes Jahr mit der durchschnittlichen Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen.
Wie viel verdient man durchschnittlich in der Ausbildung?
Im Durchschnitt aller tariflich erfassten Berufe 1.209 Euro brutto im Monat über die gesamte Ausbildung: 1.117 Euro im ersten, 1.201 Euro im zweiten und 1.297 Euro im dritten Jahr.
Welche Ausbildung zahlt am meisten?
In der BIBB-Auswertung liegen Milchtechnologe/-technologin mit 1.463 Euro im Durchschnitt vorn, gefolgt von kaufmännischen Berufen in Banken und Versicherungen sowie Bauberufen im 3. Lehrjahr.
Darf ein Betrieb weniger als den Tarif zahlen?
Tarifgebundene Betriebe zahlen den Tarif. Nicht tarifgebundene Betriebe dürfen die branchenübliche tarifliche Vergütung um höchstens 20 Prozent unterschreiten, aber nie unter die gesetzliche Mindestvergütung gehen.
Wie viel bleibt von der Ausbildungsvergütung netto?
Bei 1.000 Euro brutto bleiben 2026 rund 789 Euro netto (unter 23 oder mit Kind, durchschnittlicher Zusatzbeitrag). Abgezogen wird dabei nur Sozialversicherung, zusammen rund 21 Prozent – Lohnsteuer fällt bei diesem Betrag nicht an.
Müssen Azubis Steuern zahlen?
Meist nicht. In Steuerklasse I fällt Lohnsteuer 2026 erst ab rund 1.430 Euro brutto im Monat an. Wird trotzdem Steuer einbehalten, etwa bei Ausbildungsbeginn im August, lässt sie sich mit der Steuererklärung zurückholen. Zum Brutto-Netto-Rechner
Stand: 25. September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.