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Duales Studium in Deutschland – eine Gesamtbetrachtung

Ein duales Studium in Deutschland – wie sehen die aktuellen Zahlen aus? Mit dieser Frage hat sich das CHE jüngst in einer Publikation beschäftigt und im Zuge dessen neben der Betrachtung der gesamten Bundesrepublik auch die einzelnen Bundesländer getrennt voneinander analysiert.

 Nachfrage des dualen Studiums und häufige Fächergruppen

Bei Betrachtung der Zahlen, die sich stets auf den Bundesdurchschnitt beziehen, kann festgehalten werden, dass der Frauenanteil bei 45% liegt, pro dualem Studienplatz zehn Bewerbungen eingehen und duale Studierende im Jahr 2021 mit 1.018€ pro Monat  vergütet worden sind. Die Fächergruppe mit dem größten Anteil dual Studierender für das Wintersemester 2019/2020 ergab sich wie folgt:

  1. Gesundheitswissenschaften (9,6%)
  2. Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (7,8%)
  3. Ingenieurswissenschaften (4,8%)

Das deckt sich in etwa mit dem Studienangebot im Bereich des dualen Studiums: davon entfielen im Jahr 2021 18,1% auf die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, 16,3% auf die Gesundheitswissenschaften und 16,1% auf die Ingenieurswissenschaften. 

Studierende und Studienangebot im dualen System

Im Jahr 2019 begannen 40.575 Erstsemester*innen ihr duales Studium, während 24.390 Asolvent*innen ihr duales Studium abschlossen. Insgesamt konnten im Jahr 2019 121.731 Studierende verzeichnet werden, die dual studieren. Das macht einen Anteil von 4,2% an der Gesamtanzahl von Studierenden in Deutschland aus.

Insgesamt liegt der Anteil von dualen Studienangeboten am gesamten Studienangebot in Deutschland bei 9,6% (Stand 2021). Dabei ist der Anteil im Bereich der Bachelorstudienangebote mit 18,1% entscheidend höher, als der Anteil dualer Studienangebote von nur 2,8% im Master-Bereich.

Duales Studium in Deutschland: Ländervergleich

Frauenanteil, durchschnittliche Bewerbungen und durchschnittliche Vergütung im Ländervergleich

Der Anteil an dual studierenden Frauen ist mit 70% in Bremen am höchsten, gefolgt von Thüringen (60%) und Mecklenburg-Vorpommern (56%). Am schlechtesten schneiden Sachsen (38%), Sachsen-Anhalt (32%) und Schleswig-Holstein (32%) ab.

Die Anzahl der durchschnittlichen Bewerbungen auf einen dualen Studienplatz und die durchschnittliche Vergütung scheinen nicht immer miteinander in Beziehung zu stehen. So kommen in Hamburg beispielsweise 25 Bewerbungen auf einen dualen Studienplatz. Das ist bundesweiter Rekord. Dennoch wird ein solcher Studienplatz mit durchschnittlichen 859€ in Hamburg im bundesweiten Vergleich eher schlechter vergütet. Unterbieten kann das jedoch das Saarland mit 627€ monatlicher Vergütung sind duale Studienplätze dort bundesweit am schlechtesten vergütet. Ganz anders in Hessen: dort können Studierende mit einer Vergütung von durchschnittlichen 1.115€ rechnen. Dort kommen mit 20 Bewerbungen allerdings auch doppelt so viele Bewerbungen auf einen dualen Studienplatz wie im Bundesdurchschnitt. Weniger nachgefragt sind duale Studienplätze in Brandenburg und Sachsen, dort bewerben sich auf einen dualen Studienplatz nur fünf Personen.

Fächergruppen im Ländervergleich

Neben den bereits aufgeführten Fächergruppen Gesundheitswissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurswissenschaften gehören in einzelnen Bundesländern  die Fächergruppen der Agrar-, Forstwissenschaften (in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, NRW, Rheinland-Pfalz, Sachsen) sowie der Mathematik und Naturwissenschaften (in Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) zu den Top 3 der häufigen dualen Studienangebote. Bezogen auf die Fächergruppen mit dem größten Anteil dual Studierender zählen die Gesellschafts- und Sozialwissenschaften in den  Bundesländern Brandenburg, Hessen, Saarland und Thüringen ebenfalls zu den Top 3.

Interesse an einem dualen Studium? Hier geht’s zu einer aktuellen Übersicht der freien dualen Studienplätze.

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Über den Autor Lisa Schraets

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