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Die aktuelle Erhebung des Monitor Lehrerbildung stellt fest, dass an deutschen Hochschulen im Rahmen der Lehramtsstudiengänge, trotz Voranschreiten der Digitalisierung, die Medienkompetenz unzureichend verankert ist.

Zielsetzung der KMK

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat mit der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ von 2016 den Erwerb digitaler Kompetenzen im Lehramtsstudium zu einem verbindlichen Ziel erhoben. Demnach seien die Hochschulen dazu angehalten, diese spezielle Art der Lehrer*innenbildung fachübergreifend für alle Lehrämter verbindlich festzulegen. Demnach sollten Medienkompetenzen fester Bestandteil eines jeden Lehramtsstudiums sein.

Monitor Lehrerbildung: Medienkompetenz unzureichend verankert

Im Rahmen des Monitor Lehrerbildung wurden im Sommer 2022 jüngst Daten im Hinblick auf die Verankerung von Medienkompetenzen im Lehramtsstudium erhoben, um zu prüfen wie die Ziele der KMK bis dato umgesetzt worden sind. Dahingehend konnte festgestellt werden, dass die Medienkompetenz unzureichend verankert ist. Denn 30 bis 45% der Hochschulen in der Befragung hatten Lehrveranstaltungen zum Thema digitale Kompetenz nicht verpflichtend eingeführt. Besonders hoch ist der Anteil bei den Lehramtsstudiengängen im Bereich der Sekundarstufe II (Gymnasialbereich). So ist es im Jahr 2022 an jeder zweiten Hochschule möglich, das Lehramtsstudium in diesem Bereich abzuschließen, ohne sich je mit dem Erwerb von digitalen bzw. Medienkompetenzen befasst zu haben.

Betrachtet man die Entwicklung im Vergleich zu 2017 ist zwar eine Verbesserung sichtbar. Insbesondere im Hinblick auf den Anteil an Hochschulen, die in 2017 verpflichtende entsprechende Lehrveranstaltungen lediglich für bestimmte Fächer vorgesehen hatten. In 2022 sind diese Anteile in dem Sinne zurückgegangen, als dass eine Umwandlung hin zu einer Verpflichtung über alle Fächer hinweg vorgenommen wurde.

Demnach ist der Anteil an Hochschulen, die Lehrveranstaltungen im Bereich Medienkompetenz lediglich für manche Fächer verpflichtend eingeführt hatten, von 45% in 2017 auf 20% in 2022 gesunken. Dennoch bedeuten anhaltende 20% immer noch einen hohen Wert im Jahr 2022. Wenn man dann noch mit einbezieht, dass über 24% der Hochschulen für 2022 angaben überhaupt keine verpflichtenden Inhalte zum Thema „Medienkompetenz in einer digitalen Welt“ anzubieten, kann festgehalten werden, dass die Medienkompetenz unzureichend verankert ist im Rahmen deutscher Lehramtsstudiengänge.

Das Problem der Zusatzzertifikate

Bei dem Erwerb von Medienkompetenzen im Hochschulkontext des Lehramtsstudiums spielen nach Angaben der Erhebung des Monitor Lehrerbildung freiwillige Zusatzzertifikate eine wichtige Rolle. Denn obwohl diese nach den Vorgaben der KMK nur zur Vertiefung von Lehrinhalten erworben werden sollten, ersetzen sie in der Praxis oftmals verpflichtende Lehrveranstaltungen zum Thema Medienkompetenz. Demnach werden Inhalte der digitalen Medienkompetenz häufig in den individuellen Wahlbereich ausgelagert, was keineswegs den Vorgaben der KMK entspricht.

 

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Über den Autor Lisa Schraets

Social Media Manager Profiling Institut