Neue Studiengänge zum Wintersemester 2026/27: die KI-Bachelor

Veröffentlicht am 20. September 2026

Zum Wintersemester 2026/27 starten an deutschen Hochschulen wieder zahlreiche neue Studiengänge – und ein Muster fällt auf: Künstliche Intelligenz ist kein Vertiefungsschwerpunkt der Informatik mehr, sondern zunehmend ein eigenständiger Bachelor. Zwei Beispiele zeigen dabei, wie unterschiedlich das Fach zugeschnitten sein kann.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

KurzfassungZum Wintersemester 2026/27 starten neue KI-Bachelor in Konstanz und Trier. Was die Studiengänge unterscheidet und worauf Sie vor der Wahl achten sollten.
ThemenbereichHochschulen, neuer Studiengang, Studiengänge
Veröffentlicht20. September 2026
AutorJan Bohlken, Diplom-Sozioökonom, Geschäftsführer des Profiling Instituts
Passende Leistung des Institutsprivate Studienberatung, 1.400 Euro Festpreis mit Gutachten und Nachgespräch
HerausgeberProfiling Institut, Eignungsdiagnostik nach DIN 33430, sieben Standorte in Deutschland
Übersicht neuer Studiengänge zum Wintersemester 2026/27 mit KI-Schwerpunkt
Neue Studiengänge zum Wintersemester 2026/27. Grafik: KI-generiert auf Basis der Hochschul-Pressemitteilungen.

Zwei neue KI-Bachelor, zwei Philosophien

HTWG Konstanz: Angewandte Künstliche Intelligenz

Die Hochschule Konstanz startet den siebensemestrigen Bachelor „Angewandte Künstliche Intelligenz“ (B.Sc.). Der Aufbau folgt drei Perspektiven: KI fundiert verstehen, KI in Produkte integrieren und KI in Anwendungsfeldern sicher einsetzen. Als Einsatzfelder nennt die Hochschule Softwareentwicklung, KI-Beratung, Datenanalyse und Prozessmanagement – von der Medizintechnik über die Finanzbranche bis zur Automatisierung. Der Zugang läuft über ein Auswahlverfahren.

Universität Trier: Human-Centered Artificial Intelligence

Trier setzt einen anderen Akzent. Der Bachelor „Human-Centered Artificial Intelligence“ verbindet Informatik und KI mit Psychologie, Rechtswissenschaft und Sprachtechnologie; Ethik, Transparenz und Verantwortung stehen ausdrücklich im Zentrum. Die Universität adressiert damit auch Studieninteressierte ohne ausgeprägten technischen Hintergrund. Parallel startet in Trier der interdisziplinäre Bachelor „Cultural Heritage“ zur digitalen Erschließung von Kulturgut.

Daneben bauen weitere Hochschulen ihr Angebot um – die Hochschule Darmstadt etwa stellt ihr Mathematikstudium zum Wintersemester 2026/27 mit drei neuen Bachelor-Studiengängen neu auf, und auch die TH Rosenheim startet mit neuen Programmen ins Semester.

Warum KI eigene Studiengänge bekommt

Bislang war KI meist ein Schwerpunkt innerhalb der Informatik oder der Wirtschaftsinformatik. Dass daraus eigene Bachelor werden, hat zwei Gründe. Erstens ist das Feld inhaltlich so gewachsen, dass es sich in zwei Vertiefungsmodulen nicht mehr abbilden lässt. Zweitens braucht die Praxis Profile, die nicht rein technisch sind: Wer KI in einem Unternehmen einführt, muss Datenschutz, Prozesse, Akzeptanz und Regulierung mitdenken.

Für Studieninteressierte heißt das: Der Studiengangname sagt wenig, das Curriculum viel. Zwischen einem stark mathematisch-technischen und einem interdisziplinären KI-Bachelor liegen Welten – im Studienalltag ebenso wie in den späteren Berufsbildern.

Fünf Fragen vor der Entscheidung

  • Wie viel Mathematik steckt drin? Lineare Algebra, Analysis und Statistik sind der Kern jedes ernsthaften KI-Studiums. Ein Blick in den Modulplan der ersten beiden Semester beantwortet die Frage schneller als jede Broschüre.
  • Wie hoch ist der Praxisanteil? Projektarbeit, Praxissemester und Kooperationen mit Unternehmen entscheiden darüber, ob Sie am Ende Erfahrung oder nur Wissen vorweisen.
  • Ist der Studiengang zulassungsbeschränkt? Neue Studiengänge sind häufig zunächst zulassungsfrei oder haben ein eigenes Auswahlverfahren – die Wege unterscheiden sich deutlich. Alles dazu steht in unserem Leitfaden zu Zulassung und Bewerbung.
  • Wie ist die Akkreditierung geregelt? Bei ganz neuen Programmen läuft sie manchmal parallel zum Start. Fragen Sie nach, das ist völlig üblich.
  • Passt das Fach überhaupt zu mir? Der Reiz eines Zukunftsthemas ist keine Eignung. Wer sich hier ehrlich prüft, spart im Zweifel zwei Semester.

Bewerbungsfristen: für dieses Semester meist gelaufen

Für das Wintersemester 2026/27 sind die regulären Fristen überwiegend abgelaufen – an der HTWG Konstanz etwa endete die Bewerbung am 15. Juli 2026. Wer trotzdem noch in diesem Jahr starten möchte, sollte zwei Wege prüfen: die Restplatzangebote der Hochschulen und die Studienplatzbörse der Hochschulrektorenkonferenz. Und wer für das Wintersemester 2027/28 plant, hat jetzt den entspannteren Teil des Jahres, um sich in Ruhe umzusehen – etwa in unserer Übersicht der Hochschulen in Deutschland.

Wenn es ein technisches Fach sein soll – aber nicht sicher welches

KI, Informatik, Wirtschaftsinformatik, Data Science, Mathematik: Die Studiengänge überschneiden sich stark, die Anforderungen unterscheiden sich trotzdem. Wer noch zwischen ihnen schwankt, findet in unserem Beitrag zum Informatikstudium die Abgrenzungen im Detail. Einen ersten Anhaltspunkt für die eigene Richtung liefert der kostenlose Studienwahltest, eine Einschätzung der digitalen Fähigkeiten der Future-Skills- und Digital-Readiness-Test.

Geht es um eine Entscheidung, die mehrere Jahre trägt, ist die Studienberatung der gründlichere Weg: Wir arbeiten mit eignungsdiagnostischen Verfahren nach DIN 33430 und gleichen Interessen, Fähigkeiten und Studienanforderungen systematisch ab.

Quellen

  • HTWG Hochschule Konstanz: Neuer Bachelorstudiengang „Angewandte Künstliche Intelligenz“, 2026
  • Universität Trier: Zwei neue Bachelorstudiengänge zum Wintersemester 2026/27, Mai 2026
  • Hochschule Darmstadt: Drei neue Bachelor-Studiengänge in der Mathematik ab Wintersemester 2026/27

Hinweis zur Abbildung: Die Grafik in diesem Beitrag wurde KI-generiert. Die genannten Studiengänge und Angaben stammen aus den Veröffentlichungen der jeweiligen Hochschulen.

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