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Das CHE veröffentlicht jedes Jahr den Numerus Clausus CHECK. Dieser befasst sich auf der Datengrundlage des Hochschulkompasses mit dem Anteil an Studienangeboten, die mit einem Numerus Clausus (NC) belegt sind und gibt somit eine Antwort auf die Frage: Studieren ohne NC – aber wo? 

Zulassungsfreie vs. zulassungsbeschränkte Studienangebote

Der NC ist in vielen Fällen entscheidet dahingehend, ob Studieninteressierte einen Studienplatz erhalten. Doch dies gilt nur für Studienfächer, die zulassungsbeschränkt sind. Denn bei diesen zulassungsbeschränkten Studienangeboten wird eine maximale Anzahl von aufzunehmenden Studierenden festgesetzt. Dies hat zur Folge, dass Studieninteressierte sich auf den Studienplatz bewerben müssen. Der NC funktioniert dahingehend als Auswahlmechanismus.

Jedoch existieren auch Studienangebote, die zulassungsfrei sind. Da keine Höchstanzahl von Erstsemester*innen bei diesen Studienangeboten vorab festgelegt ist, können sich Studieninteressierte – bei vorliegenden Zulassungsvoraussetzung (z.B. Abitur) – direkt immatrikulieren.

Numerus Clausus in Deutschland 2022

Im Wintersemester 2021/2022 lag der Anteil an Studienangeboten, die mit einem NC belegt waren bei 40,1%. Damit ist ein leichter Abwärtstrend im Vergleich zu den Vorjahren erkennbar. So lag die NC-Quote im Wintersemester 2017/2018 noch bei 42,4% und sank dabei jährlich. Der Anteil an zulassungsbeschränkten Studienangeboten variiert dabei allerdings stark je nach Bundesland, Hochschulort sowie -art und Fachrichtung. Die Unterschiede sind insbesondere im Ländervergleich sehr deutlich ausgeprägt.

NC-Quoten im Ländervergleich

Studieren ohne NC – aber wo? Um eine Antwort auf diese Frage zu geben folgt nun eine Auflistung der NC-Quoten im Wintersemester 2021/2022 der Bundesländer:

  1. Hamburg (65,2%)
  2. Berlin (65,1%)
  3. Saarland (63.3%)
  4. Bremen (56,8%)
  5. Baden-Württemberg (56,7%)
  6. Niedersachsen (48,7%)
  7. Sachsen (38.1%)
  8. Bayern (33,9%)
  9. Schleswig-Holstein (33,3%)
  10. Hessen (32.8%)
  11. NRW (31,3%)
  12. Sachsen-Anhalt (28.9%)
  13. Brandenburg (27,7%)
  14. Rheinland-Pfalz (23,9%)
  15. Thüringen (21,9%)
  16. Mecklenburg-Vorpommern (19,8%)

Weitere Unterschiede der NC-Quoten innerhalb Deutschlands

Tendenziell sind die NC-Quoten mit 41,9% an Fachhochschulen höher als mit 37,5% an Universitäten. Betrachtet man weiterhin die Abschlussarten sind Bachelorstudiengänge mit 41,6% öfter mit einem NC belegt, als Masterstudiengänge mit einem Anteil von 38,7%. Allerdings setzen viele Masterstudiengänge bestimmte Abschlussnoten des Bachelors für die Zulassung voraus, die de facto wie Zulassungsbeschränkungen wirken können. Eine große Rolle spielen darüber hinaus die jeweiligen Fachrichtungen. Mit 48,8% liegt der Anteil an zulassungsbeschränkten Studienangeboten innerhalb der Fächergruppe Rechts- Wirtschafts- Gesellschafts- und Sozialwissenschaften über dem Bundesdurchschnitt und stellt die Fächergruppe mit der höchsten NC-Quote dar. Im Bereich der Mathematik und der Naturwissenschaften (37,3%) beziehungsweise in den Ingenieurwissenschaften (33,7%) ist beispielsweise lediglich etwa ein Drittel der Studienangebote mit einem NC belegt. Unterbieten können das dann noch die Sprach- und Kulturwissenschaften (27%). Bei Betrachtung der einzelnen Hochschulstandorten fällt auf, dass die NC-Quoten insbesondere in Stadtstaaten und anderen großen Städten besonders hoch sind.

Studieren ohne NC – aber wo?

In vielen Bundesländern gibt es einen großen Anteil an zulassungsfreien Studienangeboten. Dies gilt insbesondere für Studiengänge an den Universitäten. Findet man den gewünschten Studiengang allerdings nicht am Wunsch-Hochschulort lohnt ein Blick auf die umliegenden Hochschulen. Findet man beispielsweise in Berlin keinen Studienplatz, da dort 65,1% der Studienangebote zulassungsbeschränkt sind, könnte man in Brandenburg fündig werden. Denn dort liegt die NC-Quote bei lediglich 27,7%. Und auch das Ausweichen auf einen anderen Hochschulort innerhalb des Wunsch-Bundeslandes kann sich lohnen. Als Beispiel wäre hier etwa NRW anzuführen. Während in Köln mehr als die Hälfte der Studienangebote zulassungsbeschränkt sind (52%), trifft dies in Wuppertal lediglich auf 14% und in Paderborn sogar nur auf 10% der Studienangebote zu. Studieninteressierte sollten sich dahingehend weitläufig umschauen, wenn sie an einem Studienfach interessiert sind, für das ihre Abiturnote an der Wunsch-Hochschule nicht ausreichend ist.

 

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Über den Autor Lisa Schraets

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