Anzahl der Studienangebote wächst, Anzahl der Studienangebote wächstBildquelle:© zinkevych für fotolia.com

In der Zeitschrift WISU wurde zu Beginn des Jahres ein Forumsbeitrag veröffentlicht, welcher anhand der Analyse des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) feststellt, dass die Anzahl der Studienangebote stetig wächst. Wurden im Wintersemester 2005/2006 noch insgesamt etwa 12.000 Studiengänge angeboten, so sind es heute bereits 21.000.

Was fällt unter verschiedene „Studienangebote“?

Der Begriff des Studienangebots ist nicht mit dem des Studienfachs gleichzusetzen. So fallen unter verschiedene Studienangebote etwa mehrere Varianten eines Studienganges. Wird beispielsweise ein Studiengang neben einem Vollzeitstudium auch als Teilzeit– oder duales Studium angeboten, gelten diese als verschiedene Studienangebote. Gleiches gilt für Studiengänge, die auf verschiedenen Sprachen angeboten werden.

Anzahl der Studienangebote wächst: das sind mögliche Gründe

  • Bologna-Reform
  • Trend hin zu spezialisierten Masterstudiengängen
  • Ausweitung des Studienangebots im Bereich der Hochschulen für angewandte Wissenschaft
  • Akademisierung von nicht-akademischen Berufen
  • Angebot von mehreren Studiengangvarianten

Die Bologna-Reform vereinheitlichte das Studienangebot durch die Einführung des Bachelor- und Mastersystems bundesweit und sorgte durch die Aufsplittung der Studienfächer somit für eine wachsende Zahl an Studienangeboten. Zudem bieten Hochschulen in der Regel nicht nur einen Masterstudiengang als weiterführendes Studium nach dem Bachelor an, sondern haben ihr Angebot hinsichtlich verschiedenen Spezialisierungsmöglichkeiten ausgeweitet.

Außerdem ist das Studienangebot an den Hochschulen für angewandte Wissenschaft, die früher als Fachhochschulen bezeichnet worden sind, insgesamt gestiegen. Zu einer wachsenden Anzahl an Studienangeboten haben zudem neue Studiengänge beigetragen, die sich insbesondere im Gesundheitsbereich verorten lassen und Berufe akademisieren, die vormals Ausbildungsberufe waren. Beispielhaft zu nennen wäre hier etwa das Berufsbild der Geburtshelfer*innen. Zudem werden immer mehr Studiengänge in verschiedenen zeitlichen Varianten (Vollzeit, Teilzeit oder dual) angeboten, die zu mehr Flexibilität für Studierende führen.

Anzahl der Studienangebote wächst: eine Einordnung

Die Anzahl der Studienangebote wächst. Doch dies gilt ebenfalls für die Nachfrage nach Studiengängen. So kann die Zahl der immatrikulierten Personen im Wintersemester 1999/2000 mit 1,8 Mio. bis zum Wintersemester 2021/2022 mit ca. 2,95 Mio. Studierenden als ein starker Anstieg der Nachfrage bezeichnet werden. Dies geht ebenfalls mit einem Anstieg an Hochschulstandorten einher. Durch die gleichsame Entwicklung von Angebot und Nachfrage ergibt sich somit auch keine Verzerrung des Anteils an zulassungsbeschränkten Studiengängen. Diese liegen gleichbleibend auf einem Niveau von etwa 40%.

 

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Über den Autor Lisa Schraets

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