Cybermobbing in Pandemiezeiten, Studie 2022: Cybermobbing in PandemiezeitenBildquelle: © sewcream für stock.adobe.com

Die 2022 veröffentlichte Studie „Cyberlife IV – Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern ist in Zusammenarbeit des Bündnisses für Cybermobbing und der Techniker Krankenkasse (TK) entstanden. Sie beschäftigt sich mit der Frage wie sich das Cybermobbing in Pandemiezeiten entwickelt hat.

Cybermobbing – Was ist das?

Cybermobbing stellt eine spezielle Art des Mobbings dar, das vor allem bei Jugendlichen stark ausgeprägt ist. Von Cybermobbing Betroffene sind Beleidigungen, Nötigungen, Bedrängungen, Belästigungen und Verleumdungen über elektronische Kommunikationswege ausgesetzt. Weitere Informationen hinsichtlich des Begriffs, der Ursachen, Folgen, Symptome, Maßnahmen sowie der Vorsorge von Cybermobbing finden Sie in einem unserer Blogbeiträge. Die aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass unter den acht bis 21-jährigen 16,7% von Cybermobbing betroffen sind. Da sich Mobbing auf den Gesundheitsstatus von Betroffenen auswirken kann (sowohl in psychischer als auch in physischer Form), betont der Vorstandsvorsitzende der TK Dr. Jens Baas, die Wichtigkeit entsprechende Entwicklungen zu beobachten und diesem Phänomen bestmöglich entgegenzuwirken.

Cybermobbing in Pandemiezeiten

Mit 65% gibt die Mehrheit der in der Studie befragten Jugendlichen an, dass es eine Steigerung von Cybermobbing in Zeiten der Pandemie gegeben habe. Dabei begründen 45% der Befragten ihre Annahme mit der Aussage viele Fälle von Cybermobbing selbst erlebt oder beobachtet zu haben. Dem Trend der Steigerung von Cybermobbing in Pandemiezeiten stimmen auch etwa die Hälfte (46%) der befragten Eltern und Lehrenden zu.

Dieser Umstand ist nicht weiter verwunderlich wenn man bedenkt, dass von „regulärem“ Mobbing (also auch abseits des digitalen Raums) laut den aktuellen Studienergebnissen bereits mehr als ein Drittel (38,1%) der befragten Schüler*innen schon mindestens ein Mal betroffen waren. Durch die Verschiebung des Präsenzunterrichts in den digitalen Raum in Form von Distanzunterricht, liegt eine Verschiebung von offline-Mobbing hin zu vermehrtem Cybermobbing nahe. Und tatsächlich geben 37% der befragten Jugendlichen an, während des Distanzunterrichts in der Corona-Pandemie mindestens ein Mal Opfer von Cybermobbing gewesen zu sein.

Prävention von Cybermobbing in Pandemiezeiten

Prävention und Aufklärung sind beim Thema Mobbing und Cybermobbing demnach sehr wichtig, um Betroffenen großes Leid zu ersparen. Denn von Mobbing betroffene Jugendliche gaben in der Studie an sich verletzt und/oder wütend zu fühlen und/oder verängstigt zu sein, jede*r vierte betroffene Person äußerte sogar Suizidgedanken.

Doch sowohl die Lehrenden, als auch die Schüler*innen bemängeln das Angebot an Präventionsmaßnahmen, bei denen es während der Coronapandemie nochmal zu weitreichenden Einschränkungen kam. Schulen in Deutschland scheinen ohnehin Probleme mit der Aufarbeitung und Prävention von Mobbing zu haben und insbesondere im Bereich Cybermobbing sind deutsche Schulen laut den Ergebnissen der aktuellen Studie wenig leistungsfähig. Vor diesem Hintergrund muss definitiv mehr Aufklärungs- und Präventionsarbeit im Bereich des (Cyber-)Mobbings geleistet werden.

 

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Über den Autor Lisa Schraets

Social Media Manager Profiling Institut