Sorgen der Jugend in Deutschland, Studie 2022: Einstellungen und Sorgen der Jugend in DeutschlandBildquelle: © Monkey Business für stock.adobe.com

Im Auftrag des Liz-Mohn-Centers der Bertelsmann Stiftung hat IPSOS eine Studie durchgeführt, die im August 2022 veröffentlicht wurde und sich mit den Einstellungen und Sorgen der Jugend in Deutschland beschäftigt. Die Studie geht dabei sowohl auf die pandemische Lage als auch auf die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine ein und verliert dennoch nicht die persönlichen Ansichten, Einstellungen und Sorgen der Jugend in Deutschland aus dem Blick.

Zufriedenheit, Zukunftsbewertung und Sorgen der Jugend in Deutschland

Die junge Generation in Deutschland ist generell nicht unzufrieden mit ihrem Leben. So geben lediglich 5% der befragten Kinder und Jugendlichen an überhaupt nicht zufrieden mit ihrem Leben zu sein. 47% der Proband*innen sind sehr zufrieden und 42% stehen ihrer Lebenssituation neutral gegenüber. Die Zufriedenheit ist tendenziell dann höher, wenn ein höherer Bildungsstandard vorliegt und die befragten Personen jünger sind.

Bei der Einschätzung der Zukunft durch die Kinder und Jugendlichen gibt es Unterschiede in der Bewertung hinsichtlich der eigenen Zukunft und der Zukunft von Gesamtdeutschland. Während die eigenen Zukunftsaussichten generell eher positiv oder zumindest neutral bewertet werden, sieht das für die Bewertung der Zukunft Deutschlands anders aus. So gehen zwei von fünf Jugendlichen davon aus, dass sich die Zukunft von Deutschland in den nächsten drei Jahren verschlechtern wird. 29% gehen von einer gleichbleibenden Situation aus und lediglich 16% nehmen an, dass die Zukunft Deutschlands besser wird. Mit Blick auf die eigene Situation nehmen zwei von fünf befragten Personen an, dass die eigene Zukunft sich in den nächsten drei Jahren verbessern wird.

Die größten Sorgen der befragten Kinder und Jugendlichen liegen in dem Tod eines Familienmitglieds oder des/der eigenen Partner*in (83%) und in einem ausbrechenden Kriegsgeschehen in Deutschland (82%) dicht gefolgt von dem Klimawandel (89%) und dem Verlust von Freund*innen (80%). Die Coronapandemie bereitet noch 69% der befragten Personen Sorgen.

Politische Einstellungen der Jugend in Deutschland

Lediglich ein Drittel der befragten Kinder und Jugendlichen gibt an sich regelmäßig über Politik zu informieren und nur 18% ist es wichtig in einer politischen Partei aktiv zu sein. Dabei schätzen sie allerdings mehrheitlich die Demokratie als Regierungsform und stimmen ebenso der Aussage zu ihre Meinung in Deutschland frei äußern zu können und dass die Meinungsfreiheit generell in der Gesellschaft respektiert wird.

Allerdings fühlen sich 63% der jungen Generation von den Politiker*innen nicht ernst genommen. Die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen gibt dahingehend an, dass Politiker*innen etwa das Thema Klimaschutz nicht ernst genug nehmen. Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass der Klimawandel allerdings eine der größten Sorgen der Jugendlichen darstellt, ist diese Einschätzung seitens der befragten Kinder und Jugendlichen sehr bedenklich.

Sorgen der Jugend in Deutschland im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine

Der Ukraine-Krieg hat sich zum einen auf das deutsche Bildungssystem ausgewirkt und hat zum anderen auch Auswirkungen auf die Sorgen der Jugend in Deutschland. Die dominierenden Gefühle der Jugend in Deutschland, betreffend der aktuellen Situation in der Ukraine aufgrund des russischen Angriffskrieges, sind Angst und Trauer. Über die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen gaben darüber hinaus an, ihre persönliche Freiheit aufgrund des Krieges mehr zu schätzen und befürchten gleichzeitig an finanzieller Sicherheit zu verlieren.

Bei mehr als einem Drittel der Proband*innen hat der Krieg zudem zu einem gesteigerten Politikinteresse geführt. Der Austausch über die Sorgen bezüglich des Krieges in der Ukraine erfolgt dabei in der Regel mit dem nahen eigenen Umfeld: 64% sprechen mit ihren Eltern und 54% mit ihren Freund*innen. Auch die Großeltern, andere Familienmitglieder oder Lehrer*innen gelten dahingehend als Gesprächspartner*innen.

Einstellungen zur beruflichen Zukunft der Jugend in Deutschland

Mit 61% fühlt sich mehr als die Hälfte der befragten Schüler*innen unter Leistungsdruck und lediglich 36% fühlen sich durch die Schule gut auf die berufliche Zukunft vorbereitet. Besonders bedenklich ist dahingehend, dass der Zweifel an guter Vorbereitung durch die Schule sowohl mit steigendem Bildungsniveau, als auch mit zunehmendem Alter der befragten Jugendlichen weiter ansteigt. Besonders schlecht vorbereitet durch die Schule fühlen sich demnach hochgebildete Jugendliche, die vom Einstieg in das Berufsleben nicht mehr allzu weit entfernt sind.

Dass 59% dennoch mit Zuversicht auf ihre berufliche Zukunft blicken muss wohl auch darin begründet sein, dass sich mit 66% die Mehrheit der befragten Personen durch ihr Umfeld hinreichend in Sachen Berufs- und Studienwahl unterstützt fühlen. Sollten Sie professionelle Unterstützung bei Ihrer Studien- oder Berufswahl benötigen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

 

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Über den Autor Lisa Schraets

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