Die Wahl für ein Studium steht fest, der Studiengang auch und der präferierte Studienort ebenfalls. Jetzt stellt sich für viele die Frage nach der Wohnsituation. Kann ich bei meinen Eltern wohnen bleiben? Will ich in eine WG ziehen oder alleine leben? Kommt das Studentenwohnheim in Frage? Und vor allem: Was kann ich mir leisten und wo finde ich rechtzeitig eine Wohnung? Die Wohnsituation von Studierenden ist oft kein leichtes Thema.

Wohnsituation von Studierenden allgemein

Der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zufolge, wohnen 38 Prozent der Studierenden alleine oder mit ihrem/ihrer Partner(in) zusammen in einer Wohnung. 30 Prozent leben in einer Wohngemeinschaft, 29 Prozent im Studentenwohnheimen und 20 Prozent noch bei ihren Eltern. Studenten wohnen dabei häufiger noch bei ihren Eltern oder im Wohnheim, als Studentinnen. Diese hingegen leben häufiger mit Partner und/oder Kind in einer Wohnung. Auch das Alter spielt eine Rolle. Je jünger die Studierenden, desto häufiger wohnen sie bei den Eltern oder im Studentenwohnheim.
Das wichtigste Kriterium ist laut der Erhebung die Größe des Wohnraums. Dicht gefolgt wird dies von einer guten Verkehrsanbindung, der Nähe zur Hochschule und die Miethöhe. Im Durchschnitt benötigen Studierende 33 Minuten bis zur Hochschule. Für den Weg zur Hochschule nutzen im Sommersemester 41 Prozent die öffentlichen Verkehrsmittel, 31 Prozent das Fahrrad. Im Wintersemester nutzen nur noch 14 Prozent das Fahrrad und 56 Prozent die öffentlichen Verkehrsmittel.
Für ihre Wohnung geben Studierende durchschnittlich 323 Euro monatlich inklusive Nebenkosten aus. Somit ist die Miete in der Regel die größte Ausgabe, die monatlich getätigt wird.

Wohnungssuche

Soweit die Zahlen. Wie schwer es jedoch ist, ein geeignetes Zimmer oder eine geeignete Wohnung zu finden, merken viele Studienanfänger schnell. Gerade in Städten wie Köln, Hamburg und München ist die Wohnungslage angespannt. Die Mieten sind extrem hoch, die Studentenheime haben lange Wartelisten und das Semester kommt immer näher. Daher sollte man frühzeitig mit der Wohnungssuche beginnen.
Als erstes ist es ratsam, sich über die Finanzierung Gedanken zu machen. Wie viel kann ich maximal monatlich für die Wohnung ausgeben? Wie hoch darf die Kaution sein? In diesem Zug sollte man auch immer gucken, ob eine Küche bereits in der Miete mit einbegriffen ist. Oft ist es so, dass hierfür eine Abstandszahlung verlangt wird, die meist nicht günstig ist. Unter Umständen ist sogar überhaupt keine Küche in der Wohnung und es ist nötig, sich selber eine anzuschaffen. Diese Kosten müssten dann mit eingerechnet werden.
Danach sollte man sich darüber klar werden, welche Wohnform für einen in Frage kommen. Wohnt man noch relativ nah an seinem Heimatort, kann man zunächst noch bei seinen Eltern wohnen. Zieht man jedoch weiter weg oder möchte auf keinen Fall bei seinen Eltern wohnen bleiben, bleiben die Optionen eigene Wohnung, Wohngemeinschaft (WG) und Studentenwohnheim. Alle Wohnformen haben ihre Vor- und Nachteile.
Anschließend ist es sinnvoll, sich über die Stadtteile zu informieren. Sowohl Großstädte, als auch kleinere Städte haben schöne und weniger schöne Stadtteile, in denen die Mieten auch unterschiedlich teuer sind. Dabei sollte auch die Entfernung zur Hochschule beachtet werden, sowie die Verkehrsanbindung. Außerdem sollte darauf geachtet werden, ob es Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe gibt. Den Wocheneinkauf ohne Auto quer durch die Stadt transportieren zu müssen, ist nicht sehr angenehm. Das alles sind wichtige Kriterien, die die Wohnsituation von Studierenden positiv oder negativ beeinflussen können.

Eigene Wohnung

Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks ist dies die häufigste Wohnsituation von Studierenden. Eine eigene Wohnung bietet die meiste Privatsphäre und Ruhe. Man kann sich zurückziehen, muss auf niemanden Rücksicht nehmen und man findet die Wohnung immer so vor, wie man sie verlassen hat. Die Bad- und Küchennutzung muss nicht abgesprochen werden und es kann auch nichts von den eigenen Einkäufen einfach verschwinden. Andererseits lernt man bei dieser Wohnform weniger neue Leute kennen und es kann unter Umständen einsam werden. Man ist in der eigenen Wohnung auch für alles selbst verantwortlich. Das gilt für Dinge wie Putzen, aber auch für rechtliches. Außerdem ist eine eigene Wohnung meist nicht sehr preisgünstig. Natürlich kann man auch hier Glück haben und eine günstige Einzimmerwohnung finden. Einzimmerwohnungen sind in der Regel jedoch nicht sehr groß.

Wohngemeinschaft/mit Partner zusammen ziehen

Eine Wohngemeinschaft bedeutet, dass man ein eigenes Zimmer hat und sich die Küche und das Bad mit Mitbewohnern teilt. Das ist, wie schon erwähnt, die zweithäufigste Wohnsituation von Studierenden. Die Größe der Wohnung und es Zimmers kann dabei variieren. Von der 2er-WG, bis hin zur 10er-WG oder mehr ist alles möglich. Außerdem gibt es verschiedene Formen von WGs. Zum einen gibt es die Zweck-WGs. Hier ist der Name Programm. Man wohnt lediglich zusammen, um irgendwo zu wohnen. Das heißt, man legt in der Regel keinen großen Wert auf gemeinsame Aktivitäten oder darauf, eine eventuelle Freundschaft einzugehen. Möchte man lieber eine WG, in der man auch mal gemeinsam etwas unternimmt, sollte man darauf bei der Suche achten.
Hat man dann eine potentielle WG gefunden, muss man meist zu einer Art Bewerbungsgespräch. Meistens läuft das so ab, dass man sich allen Mitglieder der WG vorstellt, sie einen durch die Wohnung führen und dann noch einige Fragen stellen. Das ist im Interesse beider Seiten, weil so geguckt werden kann, ob die Sympathie auf beiden Seiten stimmt und man sich ein Zusammenleben vorstellen kann.
Eine WG bietet viele Vorteile, aber auch Nachteil. In einer WG ist man nicht allein. Das hat den Vorteil, dass man von Beginn an neue Kontakte knüpft. Die Mitbewohner kennen sich vermutlich schon in der Stadt aus und können bei der Orientierung am Anfang helfen. Auch ansonsten hat man in den Mitbewohnern häufig Ansprechpartner, die einem in verschiedenen Situationen weiterhelfen können. Außerdem wird es nie langweilig, da man häufig auch auf die Freunde der Mitbewohner trifft. Und auch ansonsten kann man in einer WG Aktivitäten wie gemeinsame Spiele- oder Kochabende planen, die Spaß machen. Mitbewohner haben ist also etwas tolles, kann aber auch problematisch werden. Die Gemeinschaftsräume werden nicht nur von einem selber, sondern auch den Mitbewohnern genutzt. Da kann es schon mal passieren, dass ein Mitbewohner eine andere Vorstellung von Sauberkeit und Ordnung hat, als man selbst. Das kann zu Streit und Unruhe führen. Auch die Badnutzung muss unter Umständen abgesprochen werden, wenn mehrere Leute zur selben Zeit das Haus verlassen müssen. Außerdem kann es sein, dass Mitbewohner laut sind. Gerade wenn eine wichtige Prüfungsleistung ansteht, kann das problematisch sein. Dafür ist eine WG meist preisgünstig, da die Miete und auch die Nebenkosten nur anteilig von allen gezahlt werden.

Studentenwohnheim

Das Studentenwohnheim ist die drittbeliebteste Wohnsituation von Studierenden. Vor ab ist zu sagen, dass Studentenwohnheime oft eine lange Warteliste haben, weshalb man sich frühzeitig um einen Platz bemühen sollte. Im Studentenwohnheim hat man oft die Wahl zwischen Einzelzimmer, Einzelwohnung oder WG. In manchen Studentenwohnheimen ist es so, dass man ein eigenes kleines Bad hat und zumindest eine kleine Kochnische. Das ist aber nicht immer der Fall. Es kann auch sein, dass es Gemeinschaftsbäder und –küchen gibt, die sich auf dem Gang befinden. Die können dann auch mal nicht ganz sauber sein. Dafür muss man diese nicht selbst putzen, da das Putzkräfte erledigen. In manchen Studentenwohnheimen gibt es auch Gemeinschaftsräume und ähnliches. Wie es mit Küche und Bad geregelt ist, erfährst du auf der Homepage des Studentenwohnheims in deiner Stadt. Dort hat man häufig auch die Möglichkeit, sich Grundrisse von Zimmeroptionen anzusehen.
Was fast alle Studentenwohnheime gemeinsam haben ist, dass sie möbliert sind. Ein Bett, Schreibtisch, Kleiderschrank und Regale sind in der Regel schon da. Ebenso wie ein Telefonanschluss und Internet. Dadurch muss man sich keine neuen Möbel anschaffen und kann weiteres Geld sparen. Insgesamt sind Studentenwohnheime die günstigste Option. Die Mieten sind oft sehr gering. Dafür sind aber auch die Zimmer eher klein. Auch die Privatsphäre ist oft nicht groß, da die Wände häufig dünn sind und man sich ggf. Küche und Bad mit vielen anderen Studierenden teilt.

Fazit

Die Wohnsituation von Studierenden kann sehr unterschiedlich sein. Einige Kriterien, die bei der Wohnungssuche auf jeden Fall beachtet werden sollten, sind:

  • Die Finanzierung (Miete und Kaution)
  • Ist eine Küche im Preis mit einbegriffen?
  • Welche Wohnform kann ich mir vorstellen? (Eltern, eigene Wohnung, WG, Studentenwohnheim)
  • Welcher Stadtteil kommt in Frage?
  • Wie weit ist die Hochschule entfernt?
  • Wie ist die Verkehrsanbindung?
  • Gibt es Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe?

Darüber hinaus gilt es, sich möglichst früh um eine Wohnmöglichkeit zu kümmern. Bezahlbarer Wohnraum ist gerade in Großstädten knapp. Außerdem sollte man immer mehrere Möglichkeiten offen halten und nicht verzweifeln, wenn man nicht sofort etwas findet. Fängt man rechtzeitig mit der Suche an und bleibt flexibel, klappt die Wohnungssuche sicher.

Hier der Link, zur 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks:

21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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