Während die Industrie Stellen abbaut, wächst ein Bereich seit drei Jahren gegen den Trend: 63.900 Menschen haben 2025 eine Pflegeausbildung begonnen – acht Prozent mehr als im Vorjahr. Das meldet das Statistische Bundesamt. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Zahl, sondern wer da anfängt.
Das Wichtigste in Kürze
| Kurzfassung | Drittes Wachstumsjahr in Folge: 63.900 neue Ausbildungsverträge in der Pflege, 29 Prozent Männer. Was die Zahlen für die eigene Berufswahl bedeuten. |
|---|---|
| Themenbereich | Berufsausbildung, Berufsorientierung, Bildung und Beruf |
| Veröffentlicht | 6. Oktober 2026 |
| Aktualisiert | 15. Oktober 2026 |
| Autor | Jan Bohlken, Diplom-Sozioökonom, Geschäftsführer des Profiling Instituts |
| Passende Leistung des Instituts | private Berufsberatung, 1.400 Euro für Schüler und Abiturienten, ab 900 Euro für Berufstätige |
| Herausgeber | Profiling Institut, Eignungsdiagnostik nach wissenschaftlichen Standards, sieben Standorte in Deutschland |

Drei Jahre Wachstum in Folge
Die Entwicklung ist stetig: 52.100 neue Verträge im Jahr 2022, 54.400 im Jahr 2023, 59.400 im Jahr 2024 und 63.900 im Jahr 2025. Insgesamt befanden sich Ende 2025 rund 157.200 Menschen in der Pflegeausbildung, sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rund 35.300 haben ihre Prüfung erfolgreich abgeschlossen.
Das relativiert nichts am Fachkräftemangel in der Pflege – die Lücke bleibt groß, weil gleichzeitig viele Beschäftigte in Rente gehen und andere den Beruf verlassen. Aber es widerlegt die verbreitete Annahme, junge Menschen würden sich von diesem Beruf abwenden.
Zwei Verschiebungen, die den Beruf verändern
Fast jeder dritte Azubi ist männlich
Der Männeranteil unter den neuen Auszubildenden liegt bei 29 Prozent – 2020 waren es 24 Prozent. In absoluten Zahlen: 18.500 Männer und 45.500 Frauen. Der Beruf verliert damit langsam seine Zuschreibung als reiner Frauenberuf, und das dürfte die Nachwuchsgewinnung eher erleichtern als erschweren.
Der Einstieg passiert später
Der Anteil der 22- bis 29-Jährigen steigt seit 2020 kontinuierlich und liegt jetzt bei 31 Prozent der neuen Verträge. Die Pflege ist damit auch ein Beruf für Menschen mit einem ersten Anlauf im Rücken – abgebrochenes Studium, Ausbildung in einem anderen Feld, familiäre Auszeit. Wer aus einem Studium heraus wechselt, findet die Wege unter Studienabbruch und Ausbildung beschrieben.
Der akademische Weg bleibt klein
Die generalistische Ausbildung lässt sich seit einigen Jahren auch als Studium absolvieren. Angenommen wird das bislang zurückhaltend: Rund 800 Menschen haben 2025 ein Pflegestudium begonnen, insgesamt waren etwa 1.800 eingeschrieben. Gemessen an 63.900 Ausbildungsverträgen ist das eine Nische – für Menschen mit Interesse an Anleitung, Qualitätsmanagement oder Forschung aber ein Weg mit eigener Perspektive. Was das Studium verlangt und wohin es führt, steht auf unserer Seite Pflege studieren.
Passt der Pflegeberuf zu mir?
Die ehrliche Antwort beginnt mit den Anforderungen, nicht mit dem Bedarf. Pflege verlangt Belastbarkeit im Schichtdienst, Nähe zu Menschen in Ausnahmesituationen, Sorgfalt bei Medikation und Dokumentation und die Fähigkeit, im Team unter Zeitdruck zu arbeiten. Wer das als Zumutung erlebt, wird von der guten Arbeitsmarktlage nicht getragen – Pflege gehört zu den Berufen mit hohen Abbruch- und Ausstiegsquoten.
Wer dagegen die Kombination aus Verantwortung, Handwerk und Beziehungsarbeit sucht, findet wenige Berufe mit vergleichbarer Sicherheit. Einen ersten strukturierten Abgleich liefert unser kostenloser Berufswahltest für Schüler; alle Gesundheits- und Pflegeberufe im Überblick stehen unter Ausbildungsberufe in Gesundheit und Pflege. Verwandte Wege wie die Hebamme lohnen den Vergleich, bevor Sie sich festlegen.
Wenn Sie zwischen mehreren Gesundheitsberufen schwanken oder aus einem anderen Feld kommen, ist die Orientierungsberatung der gründlichere Weg: Wir prüfen mit Verfahren nach wissenschaftlichen Standards, ob Interessen, Belastbarkeit und Anforderungen tatsächlich zusammenpassen.
Und wenn Sie jetzt noch einen Platz suchen
Der Ausbildungsmarkt ist auch im Herbst nicht geschlossen: Ende August waren bundesweit noch 116.000 Ausbildungsstellen unbesetzt, die Nachvermittlung läuft. Wo Sie freie Ausbildungsplätze finden, haben wir zusammengestellt – in Pflegeeinrichtungen und Kliniken beginnen Ausbildungen zudem häufig nicht nur im Sommer, sondern auch zum Herbst und zum Frühjahr.
Quellen
- Statistisches Bundesamt: Pflegeausbildung 2025 – Zahl neuer Auszubildender zum dritten Mal in Folge gestiegen, Veröffentlichung Juli 2026
- Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt im August 2026, 28.08.2026
Hinweis zur Abbildung: Die Grafik in diesem Beitrag wurde KI-generiert. Die dargestellten Zahlen stammen unverändert aus der genannten Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts.


